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Loub 2.0

Einfach so was von 2.0 ;-)

Web 2.0: Trend oder Blase?

Nachfolgenden Artikel habe ich für unsere AT MUME (Multimedia Übung Publizistik) geschrieben, sind vielleicht ein paar interessante Aspekte dabei…

Exakt 26,4 Millionen Einträge findet Google, wenn der Begriff “Web 2.0″ eingegeben wird. Sucht man allerdings nach einer brauchbaren Definition, so stößt man rasch an seine Grenzen. Denn “Web 2.0″ Anwendungen wie Blogs, Wikipedia, FlickR, Youtube oder Myspace sind zwar in aller Munde, eine einheitliche Definition oder ein klares Erfolgsrezept läßt sich aber nicht erkennen.

Web 2.0 “Erfinder” Tim O´Reilly

Im Gespräch mit Tim O´Reilly

Tim O´Reilly gilt in der Szene als “Erfinder” des Web 2.0. Eine Legende, die der Verlagsgründer nur zu gerne nährt und die mittlerweile einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren seines Verlags ist. Die wichtigsten Bestseller des Verlags drehen sich um das Thema “Web 2.0″. Von “Web 2.0 Patterns” über “Podcasting Hacks” bis zu “Essential Blogging” deckt der O´Reilly-Verlag alle Formen des Web 2.0 ab. Höhepunkt des ökonomischen Hypes ist zweifelsohne der “Web 2.0″ Report, der schon einmal um 375$ als Download-PDF angeboten wird.

Was ist “Web 2.0″?

Dabei ist Tim O´Reilly keineswegs der Erfinder des Begriffs. Vielmehr waren es Dale Dougherty (Angestellter des O´Reilly Verlags) und Craig Line (von MediaLive), die bei der Planung einer Konferenz im Oktober 2004 den Begriff erfunden haben. Tim O´Reilly seinerseits hat sich dann das Recht herausgenommen, den Begriff zu definieren. Wesentliche Punkte dabei sind, dass an die Stelle stationär eingerichteter Software Webservices treten, Webanwendungen attraktiver werden, je mehr Menschen sich daran beteiligen, User als Co-Entwickler akzeptiert werden, der “Long Tail Effekt” (also das “Beliefern” auch kleinster Nischenmärkte) genutzt wird und Business-Modelle und User-Interfaces stark vereinfacht werden, die “kollektive Intelligenz” genutzt wird und das Internet demokratischer wird.
Ein Blick in die Praxis zeigt, dass diese Definitionen bereits ersten Stichproben nicht standhalten. Wikipedia ist trotz des Autorenkollektivs weit von Demokratie entfernt, wie der ehemalige Wikipedia-Aktivist Günter Schuler kritisiert. Denn bei Wikipedia entscheiden nicht die User darüber, welcher Beitrag in welcher Form online steht, sondern Administratoren, die weder demokratisch legitimiert sind noch nach nachvollziehbaren Regeln agieren. User können bei Social Networks wie Myspace oder StudiVZ keineswegs als Co-Entwickler agieren. Und die “kollektive Intelligenz” wird von zahlreichen Experten überhaupt in Abrede gestellt.

“Web 2.0″ Tagcloud nach Angermeier
Tim Berners-Lee, tatsächlicher Erfinder des WWW, hält seinerseits überhaupt nichts vom Begriff “Web 2.0″ und bezeichnet ihn als “Geschwafel, von dem keiner auch nur weiß, was es bedeuten soll”. Denn all das, was heute unter dem Begriff “Web 2.0″ definiert wird, ist nach Meinung vom Tim Berners-Lee ohnehin von Anfang an Teil der Definition des Web gewesen.

Internet-Nutzung steigt

Eines aber ist klar: Die Internet-Nutzung ist in den letzten Jahren weiter gestiegen. Und es sind vor allem Inhalte des “Web 2.0″, die zu diesem Trend beitragen. So hat sich laut ARD-ZDF-Onlinestudie 2007 die Videonutzung von 2006 bis 2007 verdoppelt, die wichtigste Video-Plattform YouTube verursacht mittlerweile zehn Prozent des weltweiten Internet-Transfers. Die Userzahlen, die etwa in Österreich zwischen 2004 und 2005 laut Austrian Internet Monitor stagniert haben, sind mit dem Auftreten der ersten “Web 2.0″-Anwendungen und mit dem Ausbau der Breitband-Anschlüsse in den Folgejahren wieder gestiegen. Dieser Effekt war in den USA, wo sich “Web 2.0″ Anwendungen schon früher durchgesetzt haben, bereits früher zu merken. 2003 bis 2004 stieg die Internet-Nutzung sprunghaft von 59,2 Prozent auf 68,8 Prozent.

Web 2.0: Hype am Ende?

Doch noch ehe der Hype sich bis ins letzte Wohnzimmer durchgesetzt hat, könnte es mit “Web 2.0″ schon wieder vorbei sein. Zumindest meint das Tim O´Reilly auf der “Web 2.0″ Konferenz im November 2007 in Berlin: “Wenn der Hype aufhört, beginnt die Realität”. Er sieht das als durchaus positiv, denn mit dem Übergang zum Realismus könnten nun Geschäftsmodelle leichter Fuß fassen. Und damit reduziert er den Begriff “Web 2.0″ auf das, was er – zumindest aus seiner Sicht – von Anfang an war: ein Marketing-Begriff für einen Trend, der nun auf seine realistischen Ausmaße zurechtgestutzt werden wird.

Links

Web 2.0 auf Wikipedia
Verlag O´Reilly
Web 2.0 Expo Berlin




Comments

One Response to “Web 2.0: Trend oder Blase?”

  1. [...] Gerhard W. Loub wrote an interesting post today on Web 2.0: Trend oder Blase?Here’s a quick excerptDenn “Web 2. 0? Anwendungen wie Blogs, Wikipedia, FlickR, Youtube oder Myspace sind zwar in aller Munde, eine einheitliche Definition oder ein klares E…User können bei Social Networks wie Myspace oder StudiVZ keineswegs als Co-Entwickler agieren…. [...]

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