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Loub 2.0

Einfach so was von 2.0 ;-)

Pietät gefragt

Nein, Jörg Haider war kein Heiliger, obwohl ihn wohl ganz Österreich am Tag nach dem Unfall am liebsten heiliggesprochen hätte. Jörg Haider war ein engagierter Politiker – und einer der prägendsten der 2. Republik. Und er war ein Mensch – und hat als solcher Fehler gemacht. Sein schlimmster Fehler hat ihn das Leben gekostet – zu schnell, alkoholisiert in den Tod gefahren. Dafür hat er mit dem Leben bezahlt, das braucht ihm jetzt wirklich keiner mehr vorwerfen, sensationsgeiles Hinhauen auf einen Toten ist einfach nur widerlich.

Ich verstehe auch nicht, wie die Politik einfach so weitermachen kann, als wäre nichts geschehen, einfach zur Tagesordnung übergeht (jetzt mal absolute Notfälle wie die Finanzkatastrophe abgesehen). Hier ist einer der wichtigsten Politiker des Landes, hier ist ein Mensch plötzlich und überraschend ums Leben gekommen. Innehalten ist angesagt. Pietät ist gefragt. Alles andere zählt jetzt nicht…




Comments

8 Responses to “Pietät gefragt”

  1. Was verlangst du? Stillstand, weil sich Haider betrunken in den Tod gerast (und damit potentiell andere gefährdet) hat? Schweigen über sein politisches Wirken, obwohl die menschliche Tragödie ohnehin reichlich betrauert wurde und wird?

    Du wirfst an anderer Stelle Leuten vor sie würden Haider verleumden, wenn sie sagen er hätte Menschenrechte gebrochen. “Deine” Innenministerin hat den zweiten Asylantenbus nach Traiskirchen gestoppt. Die ersten innerösterreichisch Deportierten haben sich als unschuldig erwiesen. Und der UVS hat diese Deportation als EMRK-widrig eingestuft.

    Über sowas, und vieles andere, muss geredet werden. Auch nach seinem Tod. Vielleicht noch nicht jetzt in dieser Ausführlichkeit, aber der Hinweis darauf muss abseits der menschlichen Tragödie erlaubt sein.

    Und die Politik muss weitermachen. Das ist ihre Aufgabe. Es sperren auch keine Geschäfte zu, weil Haider umgekommen ist. Und die Arbeiter legen deswegen nicht tagelang ihre Arbeit nieder. Stillstand gabs die letzten 2 Jahre genug, ohne das jemand dafür sterben musste.

    Wenn du jetzt verlangst, dass keiner mehr was über Haiders Politik sagt und alle Räder still stehen sollen, dann ist das sensationsgeil. Weil du “sensationsgeil” Pietät forderst, sie aber gar nicht meinst. Weil du sonst auf Punkt und Komma parteitreu an Gesetzestexten klebst und jetzt plötzlich davon abrückst. Weil du einen moralischen Imperativ aufstellst, dem du selbst nicht entsprichst.

    Dann nenn’ ich das schleimiges Geheuchel.

  2. 1) Ich verlange, dass die Hacklschmeißerei auf einen Toten, der sich nicht mehr wehren kann, wenigstens so lange unterbrochen wird, bis er unter der Erde liegt.
    2) Eine objektive Bewertung ist in dieser emotionellen Situation ohnehin unmöglich.
    3) Die Verleumdung Haiders ist Fakt, da es kein abgeschlossenes Gerichtsverfahren gibt, dass die Vorwürfe bestätigen würde.

    Nein, ich verlange nicht, dass Jörg Haider als Säulenheiliger der Republik auf einen Sockel gestellt wird und nur mehr zur Anbetung freigegeben ist. Es kommt die Zeit, in der sein Wirken wirklich umfangreich hinterfragt werden muss, denn Heiliger war Jörg Haider sicher keiner. Ich verlange nur, ein gewisses Mindestmaß an Pietät und Trauerzeit.

    P.S.: Durch Deine Abschlussbeschimpfung disqualifizierst Du Dich selbst.

  3. 3) Die Verleumdung Haiders ist Fakt, da es kein abgeschlossenes Gerichtsverfahren gibt, dass die Vorwürfe bestätigen würde.

    Siehst du? Du klebst schon wieder am Gesetzestext, weils dir grade passt. Ich kann mich nicht erinnern, dass du in der Tierschützersache, wo Leute monatelang in U-Haft saßen, und wo es bis heute kein abgeschlossenes Verfahren gibt, jemals von “Verleumdung” gesprochen hättest.

    Was soll “ich verstehe nicht warum die Politik einfach so weitermachen kann”? In Kärnten wird ohnehin eine Weile das meiste stillstehen. Die Bundespolitik hat auch neben der Finanzkrise genug zu tun. Wer persönlich um Haider trauert, soll dies tun und wird es auch.

    Eine objektive Bewertung ist auch in einer weniger emotionalen Situation nicht möglich. Haiders Tod ist nunmehr 5 Tage her. Wir wissen mittlerweile, dass er nicht durch einen Flüchtigkeitsfehler von der Fahrbahn abgekommen ist und einfach Pech hatte, wir wissen mittlerweile dass er unverantwortungsvoll schnell (kolportiert werden bis zu 175kmh) und mit 1.8%o gefahren ist, Das macht seinen Verlust für seine Nahestehenden nicht weniger schmerzlich, in der Tat, aber es relativiert die “Tragik” an sich, wenn jemand der sich stets als Vorbild inszeniert hat sich betrunken in den Tod rast und potentiell andere gefährdet.

    “Wer kein Auto fahren kann hat keinen Führerschein zu besitzen, und wer Rechtsbruch begeht kann und darf nicht Rechtsanwalt sein” waren die Worte des Rechtsanwaltes Haider Worte zu Rudi Vouk.

    Klar kann man sein politisches Wirken jetzt noch nicht detailiert aufrollen. Aber jetzt noch immer allgemein für alle Trauer verordnen zu wollen, angesichts dessen das Petzner jetzt – nach Aufkommen der wirklichen Unfallursachen – Haider im Dienstwagen zum Privatmann erklärt, halte ich doch für Sympathiehascherei.

    Vielleicht meinst du es anders, dann entschuldige ich mich für die harte Formulierung. An meiner grundsätzlichen Kritik ändert es aber nichts.

  4. Udo sagt:

    @Gerhard Loub: Tut mir leid, aber das ist Blödsinn. Nun alle mit Zwang zum Schweigen bringen zu wollen ist genauso falsch wei das, was du anzuprangern versuchst.

  5. Lieber Udo, lies erst mal, was Du kritisierst. Ich habe nichts von Zwang geschrieben. Wer allerdings nicht einmal pietätvoll wartet, bis der Verstorbene unter der Erde ist, dem sind menschliche Qualitäten abzusprechen.

  6. Udo sagt:

    Würde ich so nicht sagen. Was macht es für einen Unterschied, ob ich meine Kritik vorgestern oder jetzt anbringe? Es kommt auf den Ton an, nicht auf den Zeitpunkt.

  7. entegut sagt:

    Einen Einwand darf ich geben: Haider war zweifelsohne eine schillernde Gestalt, über die immer gesprochen wurde – in welcher Weise auch immer. Pietätlos finde ich auch, wie man in seiner Privatsphäre herumrührt und kramt – das geht wirklich niemanden etwas an. Wie sich seine Parteigesellen zu seiner betrunkenen Höllenfahrt geäußert haben, war nicht in Ordnung, das ist aber ein anderes Kapitel.
    Die Politik MUSS weitermachen, immerhin haben wir noch immer keine neue Regierung. Wir haben um Haider getrauert, sein Schicksal war tragisch, aber selbst verschuldet, die Familie kann weiter innehalten, aber Österreich lebt weiter.

  8. Nirak sagt:

    Ich gebe Dir recht,
    wie auch immer mann/frau Seine Politik beurteilt, oder verurteilt.
    Bis zum Begräbnis zu warten,
    um Diverses loszuwerden, gebietet der Anstand.
    Das Hack’l wird doch erst zum eingraben benötigt, oder?

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