Ein schmaler Grat
Es war ein ganz schöner Wirbel, den ich gestern mit meinem Posting und meiner Facebook-Gruppen-Gründung ausgelöst habe. Die meisten meiner Adressaten haben mir zugestimmt, die üblichen Kritiker aus dem linken Bereich haben (teils völlig überzogen) kritisiert. Doch es ist auch Kritik gekommen, die mir zu denken gegeben hat – von Menschen, die mich kennen und die ich sehr schätze. Der Vorwurf, es würde sich bei meiner Facebook-Gründung um “Hetze” handeln, weise ich natürlich strikt zurück. Einfach zur Tagesordnung übergehen will ich aber dennoch nicht.
Es ist mir vor allem um zwei Dinge gegangen: Ich wollte gegen die inszenierte Situation vorgehen, in der der Fall der Zogajs einseitig und in reiner Schönmalerei dargestellt wird, in dem alle negativen Fakten ausgeblendet werden. Und ich wollte nicht, dass eine Medienkampagne über die Gewährung eines Aufenthaltsrechts entscheidet, dass der Mißbrauch von Gesetzen Erfolg zeigt.
Ich bin erschüttert, dass das nun von einigen als Hetze betrachtet wird. Offensichtlich ist es ein schmaler Grat zwischen berechtigter Kritik und übertrieben harter Ausdrucksweise. Für mich ist der Vorwurf der Hetze sicher einer der schwersten Anschuldigungen, die ich mir vorstellen kann und ich möchte nicht, dass er je berechtigt gegen mich erhoben wird. Ich werde mir das sicher alles noch einmal durch den Kopf gehen lassen – meine Aussagen, meinen Standpunkt und meine Facebook-Gruppe.
Worauf ich aber auch Wert lege, ist, dass ich persönlich gegen ein Aufenthaltsrecht für die Zogajs bin und mich gegen das Kritikverbot am Mainstream wehre. Wo ich durch diese Kritik Hetze betrieben haben soll, was genau ich übertrieben formuliert haben soll, würde mich interessieren. Ich freue mich auf die Diskussion mit Euch im Anschluss an dieses Posting!




du brauchst dir sicher nichts durch den kopf gehen lassen… für deinen standtpunkt gibt es genug unterstützter und du hättest locker die pro-zogaj-gruppe auf fb punkto unterstützter überholt…
Es wird eben immer ein bisschen emotionaler, wenn es um konkrete Menschen geht, als Hetze hab ich Dein Posting aber nicht betrachtet. Was mich bei dieser Diskussion am meisten stört und wundert ist, dass Du Dich fast ausschließlich auf juristische Aspekte beziehst. Ich bin kein Jurist und will mich auch nicht auf eine Diskussion einlassen, wer wann welchen Antrag gestellt hat oder eben nicht, es geht ja letztlich eben um Menschen und deren Schicksale.
@ gerald… wenn es um menschen und schicksale gibt, dann darf aber auch keinen gerichtsvollzieher mehr geben… und keine delogierten geschiedene männer… und und und…
ich bin zugegeben über derartige support- und anti-support-gruppen auf facebook u.ä. auch nicht wirklich glücklich, da ich diese foren einfach nicht für geeignet halte, um einen vernünftigen diskurs zu führen – und es besteht die gefahr, dass man von den falschen leuten bejubelt wird.
nicht falsch verstehen: ich bin über die mediale inszenierung dieses falles auch ziemlich sauer – zumal es weiß gott sehr viele nicht medial gehypte wirkliche tragödien von asylwerbern und tatsächlich verfolgten gibt, die aber keine medienpräsenz haben. aber ich denke, dass man für die guten sachlichen argumente in diesem konkreten fall ein anderes forum finden müsste als eine facebook-gruppe.
lieben gruß,
g.
Lieber Gerhard!
Ich freue mich ehrlich, dass Du sowohl die Gruppe auf Facebook adaptiert hast als auch einen wirklich guten Blog-Beitrag geschrieben hast! Das, was Du jetzt von Dir gibst, kann ich vollinhaltlich unterschreiben – mir ging es einfach darum, dass ich sowohl gegen die Kampagnisierung für die Zogajs als auch gegen die Zogajs bin, da die Angelegenheit einfach von den Behörden geklärt werden sollte und ohnehin schon zu viele Emotionen im Spiel sind. Vor allem eine Kampagnisierung, die sich konkret gegen eine spezifische Familie richtet, halte ich für sehr bedenklich. Zudem, wo es doch um menschliche Schicksale geht. So, wie Du das Thema jetzt abhandelst, ist es absolut gut und in Ordnung – das ist der Gerdschi, den ich kenne ;-)
Liebe Grüße aus Nordslowenien…