Grüne: Die Partei entscheidet, nicht der Wähler
Mit ihrer Ablehnung der Voggenhuber-Kandidatur haben sich die Grünen nun endgültig von ihrer basisdemokratischen Einstellung verabschiedet. Während in anderen Parteien Kandidaten, die nicht die nötige Mehrheit für einen wählbaren Platz erhalten, die Möglichkeit haben, mittels Vorzugsstimmen einzuziehen, verhindern die Grünen, dass der Wähler entscheidet, betonieren die Entscheidung der Funktionärsschicht ein.
Für die Grünen bedeutet das nun eine Zerreißprobe. So schreibt Christoph Chorherr schon vor der Entscheidung in seinem Blog:
Voggenhuber möchte auf Platz 16 kandidieren.Ein erweiteter Bundesvorstand am 30.1. wird darüber entscheiden, ob er darf. Meine obige Meldung (Anm.: Der Beitrag über die Kandidatur-Ankündigung Voggenhubers unter dem Titel “Die Wählerschaft entscheidet”) entstand in der offenbar irrigen Meinung, dass es eine demokratische Selbstverständlichkeit sei, jemanden, der 47% für Platz eins erhalten hat, eine Kandidatur am letzten Platz zu ermöglichen.
Aber auch die früher so geschätzte Grüne Basis wendet sich von der Parteiführung ab:
Qualität statt Quote!
Hauptsächlich bürgerliche männliche Wähler posten, habe ich da gelesen, weil ihnen die derzeitige weibliche Spitze nicht gefällt?
Ich bin eine Frau!
Und ich bin eine Grünwählerin von der ersten Stunde an!
Und ich bin eine Linke!
Und ich war einmal Glawischnig-Fan!
Das ist vorbei!
Die Zickenkränzchen und die männlichen Wortmeldungen aus der zweiten Reihe – wie etwa die, des Tiroler Wahlverlierers und Sesselklebers G.W – werden langsam peinlich.
Voggenhuber zu entfernen ist nicht nur empörend sonder politisch dumm.
Wenn Voggenhuber einen Vorzugswahlkampf führen “darf” (darf er’s oder darf er’s nicht? Man glaubt es kaum !)
werde ich ihm und nur ihm meine Stimme geben – den Bundesgrünen allerdings nicht mehr !
Und Johann Tschann, Finanzreferent der Vorarlberger Grünen, meint in seinem Blog:
Demokratie JA, aber bitte nur wenns uns passt…
[...]
Es ist doch gut, dass er sich solidarisch zeigt und sich doch noch anbietet, wenn er schon darum gebeten wurde.
Wenn er dann von den Wählern doch nach vorne gereiht werden sollte, dann ist das doch auch o.k. Die Funktionäre sind für die Wähler da – nicht umgekehrt. Die Grünen können sich das leisten – stehen sie doch – mehr als andere – für Demokratie…
Die Unzufriedenheit mit der Grünen Parteiführung in den eigenen Reihen ist – wie ich gestern schon betont habe – enorm. Man darf nun gespannt sein, in welcher Form sie sich entladen wird.
P.S.: Der ORF sucht nun Poster aus Christoph Chorherrs Blog für die Sendung “Report”. Auf DAS Stimmungsbild bin ich echt gespannt.




Der Sinn der Aktion offenbart sich in diesem Video!
http://wahltotal.at/questions/208
http://mariolechner.twoday.net/stories/5485186/