Gerhard W. Loub

Einfach so was von 2.0 ;-)

SPÖ: Angriff auf Katholiken als Reaktion auf Islam-Studie

Die Wogen gehen hoch, nachdem bekannt wurde, dass 20% der islamischen Religionslehrer Demokratie für unvereinbar mit dem Islam halten. Man muss sich das wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen: Da werden Lehrer vom Staat gezahlt, die dann an unseren Schulen Stimmung gegen die Demokratie machen. Ein dramatisches Alarmzeichen, das sofortiges und zielgenaues Handeln erfordert. Vor allem ist die Frage zu klären: Wie kann es dazu kommen?

In Wien, wo diesbezüglich das größte Problem herrscht, gerät die SPÖ in Erklärungsnotstand. Einerseits ist sie durch ihre Alleinregierung voll für die gescheiterte Integration verantwortlich. Andererseits stellt die SPÖ mit Omar Al Rawi den Integrationsbeauftragten der islamischen Glaubensgemeinschaft. Und die verantwortliche Unterrichtsministerin kommt ebenfalls von der SPÖ. Hier haben die Sozialisten also sowohl von staatlicher Seite als auch in der Religionsgemeinschaft selbst versagt. Das Problem mußte ihnen bekannt sein – man hat es schlicht und einfach ignoriert.

Die Reaktion der Wiener SPÖ ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Statt sich dem Problem zu stellen und zu schauen, was bei der Integration von Moslems in Österreich schief läuft, attackiert SPÖ-Gemeinderat Jürgen Wutzlhofer in seinem Blog die katholischen Christen:

Genauso richtig allerdings wie die Tatsache, dass es wohl kaum eine zufrieden stellende Lösung geben kann, solange Schule und Kirche (zum großen Teil konkordatsbedingt) so verschränkt sind wie in Österreich. Helfen kann nur eine Säkularisierung der Schule, und ein verpflichtender Ethikunterricht für alle (mit ausgebildeten Ethik-, nicht ReligionslehrerInnen). Ich fürchte, der größte Widerstand gegenüber dieser Forderung käme wohl nicht von der muslimischen, sondern der katholischen Seite…

Das ist ein völlig verfehlter Ablenkungsversuch von der Integrationspolitik der Wiener SPÖ, von der fehlenden Integrationsbereitschaft führender Moslems. Es wird Zeit, dass sich die Wiener Politik endlich ernsthaft und ohne Scheuklappen diesem Problem stellt, anstatt ständig nur herum zu lawieren. Sonst droht uns allen eines Tages ein Bürgermeister Strache, dessen menschenverachtende Politik keine Chance auf Realisierung bekommen darf.


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Gerhard W. Loub

Comments

9 Responses to “SPÖ: Angriff auf Katholiken als Reaktion auf Islam-Studie”

  1. Oli sagt:

    Das Problem ist doch, dass selbst die beste Politik vor dem freien Willen des Menschen versagt. Wenn die Religionslehrer oder auch Muslime(!) im allgemeinen sich nicht integrieren wollen, dann kann auch die beste Politik nichts auswirken.
    Ich will im übrigen nicht wissen, wie eine solche Studie in Deutschland ausfallen würde.

  2. Fünfstein sagt:

    Na ja wegen fünf islamischer Religionslehrer in jedem Bundesland ist der Wirbel zuviel, vor allem enn man bedenkt, dass 75 % zweifelsfrei sich zur Demokratie bekannt haben. Das Gequasel “sonst kommt Strache” ist scheinheilig, nachdem die ÖVP genau diese Bagage aufgewertet hat und die ganze ÖVP den Herrn Graf mitgewählt hat.

    Tatsache ist doch, dass man den Religionsunterricht – auch ohne Konkordat – nicht staatlich zensurieren kann, deenn dann müsste man ja auch die Bibel zensurieren. Da steht massenhaft “Demokratiefreindliches” bis zu dem eigentlich allgemein bekannten Sachverhalt, dass es bis zum Jüngsten Gericht nur Regierungen in der Macht des Teufels gibt.

    Wenn ich mir die (muslimischen) Kinder in meiner Nachbarschaft ansehe, vom Spielplatz bis zur Disco, kann ich nicht erkennen, dass denen die läppischen zwei Religionsstunden etwas “angetan” haben. Wahrscheinlich werden auch dort die Kinder so wie bei den nicht so wenigen fundamenalitischen christlichen Religionslehrern diese auch nur mit Spott und Aufmerksamkeitsverweigerung bestrafen.

    Im Übrigen gilt das, was da steht, zu bedenken: “Jugend ohne Gott”
    http://maerkzettel.blogspot.com/2009/01/jugend-ohne-gott.html

  3. Die Trennung von Schule und Religion ist doch ein gute Idee. Und ich glaube da hat er nicht ganz Unrecht, dass sich die kath. Kirche mit Händen und Füßen sträuben würden. Ich sehe das als Teil der Lösung, wenngleich sicherlich noch mehr zu tun ist.

  4. René sagt:

    @Fünfstein
    “Jeder leiste den Trägern der staatlichen Gewalt den schuldigen Gehorsam. Denn es gibt keine staatliche Gewalt, die nicht von Gott stammt; jede ist von Gott eingesetzt.” (Röm 13,1)
    Also keine Rede von der Macht Satans. Woher hast du deine Meinung?

  5. @Fünfstein: Wenn ich mir die muslimischen Jugendlichen in meiner Umgebung anschaue, so habe ich schon das Gefühl, dass mangelnde Integration, mangelnde Akzeptanz von Autoritäten inklusive staatlicher Autorität und teilweise ultrareligiös geprägte Einstellungen zur Gesellschaft vorherrschen. Nun halte ich religiöse Einstellungen für alles andere als schlecht, doch die Ablehnung von Staat, Demokratie, Gleichberechtigung und Gesellschaft dürfen nicht dadurch begründet sein. Ob der Religionsunterricht daran schuld ist, können wir beide wohl ehrlicherweise nicht beurteilen – da braucht es Experten und Insider. Ich persönlich habe das Gefühl, dass der Religionsunterricht dazu beiträgt. Aber das ist eben nur ein Gefühl.
    @Georg: Ich glaube, dass das jetzige System, wenn es wirklich erfüllt wird, durchaus sinnvoll ist. Ich möchte auch gar kein Diskussionsverbot zum Thema Staat und Kirche. Aber ein Problem mit dem islamischen Religionsunterreicht mit einer Debatte über die katholische Kirche wegwischen zu wollen, ist ziemlich jenseitig.

  6. Fünfstein sagt:

    Ach, alle Untersuchungen zeigen, dass migrantische Gruppen etwas religiöser sind, das gilt in Deutschland auch für die christlichen Zuwanderer aus dem Osten. Aber das hängt halt mit Heimat und Ängsten zusammen. Schon bei den Kindern ist es anders.

    Siehe: MigrantInnen sind [nicht] anders!
    http://maerkzettel.blogspot.com/2008/12/migrantinnen-sind-nicht-anders.html

    Ich denke nicht , dass es dazu “Experten” braucht, da können mündige Bürger sehr wohl mitdenken. Wenn Migranten hin und wieder schlecht integriert scheinen, dann ist es allemal eine Frage, was wir dazu (nicht) beitragen, denn Integration hängt sinnigerweise mehr von jenen ab, die integrieren als denjenigen ab, die sich integrieren müssen.

    Ich kenne allein aus der Erzählung meiner Kinder ! mehr “fundamentalistische” Religionslehrer als 5 (mehr sind es ja je Bundesland bei den muslimischen auch nicht). Und was meinen meine Kinder dazu: Papa das interessiert keinen Mitschüler, den Käs denn die da erzählen. Da wird nur gesmst.

    Also. Was soll diese poulistische Aufregung. Es gibt doch viel Wichtigeres im Augenblick als sich mit und von den Themen der rechten Populisten von der notwendigen Arbeit ablenken zu lassen.

  7. Hier widersprichst Du Dir in Deinem eigenen Beitrag: Einerseits schreibst Du, Migranten würden fundamentalistischer sein, andererseits wieder, Kinder würden eh nichts vom Religionsunterricht halten. Also was jetzt bitte?

    Ich habe auch kein Problem mit (etwas) fundamentalistischeren Ansichten – je nachdem, was unter fundamentalistisch verstanden wird. Ein Mensch, der sein Leben nicht nur nach materialistischen Grundsätzen ausrichtet, hat meinen größten Respekt. Ein Bekenntnis zu Gewaltfreiheit, Demokratie und Menschenrechten steht aber nicht zur Disposition.

    Und last not least: Nein, es gibt kaum ein anderes Thema, das wichtiger ist, als unser Integrationsproblem. Packen wir´s an, ehe es die Rechtsextremen übernehmen!

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  9. Tom Schaffer sagt:

    Du unterstellst Wutzlhofer, sein Beitrag wäre ein Ablenkungsmanöver.
    Und ich behaupte, dein Beitrag ist wiederum noch viel mehr ein Ablenkungsmanöver.

    Während Wutzlhofer die Debatte auf eine Ebene erweitert, die dir nicht passt, würgst due die Diskussion einfach ab.

    Denn Wutzlhofers Einwand ist prinzipiell durchaus diskutierenswert. Ein säkularer Staat sollte keinen Konfessionsunterricht in staatlichen Schule anbieten, sondern einen unabhängigen Ethikunterricht. Dann löst sich auch das Problem mit Teilen der Religionslehrerschaft ganz von alleine.

    Und damit das erreicht wird, muss man in Österreich tatsächlich vorrangig an den Katholiken vorbei, weniger (aber auch) an den Muslimen.

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