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Loub 2.0

Einfach so was von 2.0 ;-)

Brandgefährlich

Die Situation ist an Gefährlichkeit kaum zu überbieten: Der Anschlag im indischen Gebetshaus in meinem Nachbarbezirk Rudolfsheim-Fünfhaus hat nicht nur eine hohe Anzahl an Verletzten gefordert (beide angegriffenen Gurus schweben in Lebensgefahr), sondern könnte auch Ausgangspunkt für einen Teufelskreis der Gewalt sein. In Indien hat der Anschlag bereits zu Ausschreitungen geführt. Und in Österreich gilt es nun, eine weitere Eskalation der Gefahr zu verhindern.

Gefährlich ist auch die Situation in der österreichischen Politik, selbst wenn es hier (noch) nicht um Gewalt geht. Denn natürlich nutzt HC die Chance, nach der Messerstecherei an der U6 zwischen einem Nigerianer und einem Türken und dem Mord zwischen Türken auf offener Straße in Wiener Neustadt den Anschlag im indischen Gebetshaus, um kräftig gegen Ausländer Stimmung zu machen. Und er trifft damit exakt die Stimmung und die Gefühle in der Bevölkerung.

Das Problem wird nicht dadurch gelöst, dass Politiker die Situation schönreden. So gesehen etwa bei Hannes Swoboda, der in einem ZiB-Beitrag auf die Kritik eines Passanten an der mangelnden Integration der Ausländer meint, er würde viele gut integrierte Ausländer kennen. Das ist zwar durchaus wahrscheinlich, aber ungefähr so bürgernah wie die Aussage Schmieds zur Kritik am hohen Migrantenanteil an den Wiener Schulen: “Die Befürchtung mancher Eltern, dass die Chancen ihrer Kinder durch die Anwesenheit fremdsprachiger Mitschüler beeinträchtigt würden, findet in der Realität keine Entsprechung.” Das ist weder besonders verständlich formuliert, noch ist es wahr.

Nein, wir dürfen den widerlichen Haßpredigten von HC nicht nachgeben. Aber in einer Demokratie können Wahlergebnisse nicht von oben verordnet werden. Wir haben genau eine Chance: Wir müssen der Bevölkerung zeigen, dass wir ihre Ängste und Sorgen ernst nehmen. Wir dürfen das Integrationsproblem nicht ignorieren und uns in hohle Phrasen flüchten. Wir müssen konkrete Taten setzen. Dann, und nur dann, haben wir eine Chance gegen die Hetzer von allen Seiten!




Comments

2 Responses to “Brandgefährlich”

  1. Stauni sagt:

    Nun können Strache, Mölzer, Stadler und Co, ihr Betätigungsfeld erweitern.
    Nur auf den Islamismus hinhauen war eh schon fad, da ist es doch eine willkommene Abwechslung einmal die Hindus oder Buddhisten (bin leider nicht über die genaue religiöse Richtung informiert) ins Visier zu nehmen.
    Vielleicht sollte die o.a. Herren ein neues Wahlplakat entwerfen, dass folgenden Inhalt hat.
    ————————————————————————————————————————-
    Banküberfälle, Schiessereien, Messerstechereien und ähnliche Straftaten, dürfen nur
    von österreichischen Staatsbürgern begangen werden, soferne sie dem christlichen Glauben
    angehören.
    ————————————————————————————————————————-

    MfG
    Stauni

  2. Markus sagt:

    Lieber Gerhard, du stimmst in einen allgemeinen Chor ein.
    Aber, so wie du schreibst, ist die einzig gültige und erlaubte Antwort auf diese Klagen der Bürger ein joviales “Jo, eh.”
    Ich kenne genug Leute, die sich vor Ausländern fürchten, vor dem hohen Migrantenanteil in den Schulen und und und.
    Ich weiss nicht, auf welches Zahlenmaterial sich BM Schmied bezieht, aber ihr gleich eine Lüge zu unterstellen, find ich ein starkes Stück.
    Du forderst, den Hasspredigten nicht nachzugeben – aber wenn versucht wird, die Diskussion weg von der hasserfüllten emotionalen Ebene auf die sachliche zu heben, dann agieren diese Politiker abgehoben? Beißt sich da die Katze nicht in den Schwanz? Was hilft es, diesen Vorwurf weiter zu propagieren?

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