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Loub 2.0

Einfach so was von 2.0 ;-)

Ö2020: Bauchfleck mit Anlauf

Mit großem Trara hat die SPÖ ihre tolle neue Web 2.0 Initiative “Österreich 2020” angekündigt. Nun ist es mit knapp einem Monat Verspätung so weit. Und gespannt habe ich darauf gewartet, ob die SPÖ nun endlich die Zeichen der Zeit erkannt, das “Web 2.0″ verstanden hat.Denn der erste Eindruck der von der SPÖ-Agentur “Echonet” programmierten Homepage war überaus positiv: Übersichtliches, klares Design, gespickt mit Elementen des Web 2.0.

Doch der zweite Blick zeigt: Die SPÖ ist teils nach dem Copy-Paste-Verfahren vorgegangen, teils ist es einfach nur Show. So, wie wir 2007 Blogger im Vorfeld unserer Aktionen und beim Parteitag in Salzburg integriert haben, hat das nun auch mit knapp 3 Jahren Verspätung die SPÖ nachgeholt. Doch gleich hier ein kleiner Unterschied: Während wir kritische, linke Blogger eingeladen hatten, hat sich die SPÖ die üblichen “Jubelperser” aus der eigenen politischen Hemisphäre geholt und so für ein paar nette Claqueure in der Blogosphäre gesorgt. Auch auf den Titel “Perspektiven2010″ drei Jahre später mit “Österreich2020″ zu kontern zeugt nicht gerade von überbordendem Einfallsreichtum.

Mager ausgefallen ist die Realisierung der im “Web 2.0″ üblichen Tagwolke, die ganz offensichtlich von unserer “Perspektiven2010″-Tagwolke abgekupfert wurde – wenn auch vom Design her reichlich minimalistisch umgesetzt. Während wir im “Web 2.0″-Sinn der gleichberechtigten Beteiligung von User und Produzent die Tags durch die User-Beiträge bestimmen ließen, zählen bei der SPÖ ausschließlich die eigenen Parteiartikel. Da paßt es auch ganz ausgezeichnet ins Konzept, dass User den Facebook-Button “Gefällt mir” einsetzen dürfen. Dass den Diskussionsteilnehmern ein Beitrag nicht gefallen könnte, ist gar nicht erst vorgesehen. Ein interessanter Zugang zu Demokratie im Internet.

Überhaupt dürfte die SPÖ an Kontaktaufnahmen nicht sehr interessiert sein, wie ihr aktuelles Kontaktformular zeigt:

Dementsprechend lau ist das Echo der User. Nur die wenigsten inhaltlichen Beiträge dürfen derzeit kommentiert werden, und auch da gibt es genau einen(!) Themenbereich der kommentiert wurde – und zwar von exakt zwei(!) Usern. Und der Inhalt des Beitrags bringt mich gleich zum nächsten #fail:

Denn für die demonstrierte Offenheit exemplarisch steht auch der Umgang mit der Eröffnung der Aktion “Österreich2020″: Es handelte sich selbstverständlich um eine geschlossene Veranstaltung – Teilnahme nur mit Einladung. Große Forderung um die Chancen des Internet zu nutzen, das SPÖ-Konzept für den “digitalen Wohlfahrtsstaat”? Eine Frauenquote. Bürokratischer und klischeehafter hätte man kaum an die Sache herangehen können.

Österreich 2020 ist ein durchgestylter Internet-Auftritt, der verzweifelt versucht, der SPÖ durch Symbolik und Vokabular des “Web 2.0″ einen modernen Anstrich zu verleihen. Doch weder “Copy Paste” von Elementen der ÖVP-Perspektivengruppe von vor 3 Jahren noch das Übernehmen diverser aktueller Web 2.0 Elemente kann über die fehlende Fähigkeit der Sozialisten hinwegtäuschen, die Möglichkeiten des “Web 2.0″ zu nutzen, die gleichberechtigte Partizipation der User nicht als Gefahr, sondern als Chance zu sehen. Das Design der SPÖ kommt langsam im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts an. Bis die SPÖ dem folgen kann, wird noch viel Zeit vergehen.




Comments

7 Responses to “Ö2020: Bauchfleck mit Anlauf”

  1. Roman Korecky sagt:

    Dass nur ein Themenbereich kommentiert werden kann, stimmt nicht. Ja, es fehlen noch ein paar Inhalte, aber die werden sicher in den nächsten Tagen nachgeliefert. Das Kontaktformular funktioniert auch ohne Probleme und unten gibt es einen Link, mit dem man auch direkt E-Mails schicken kann.

    Aber das ist ja typisch ÖVP: Schnell schießen, damit nur ja kein ehrlicher Diskurs entstehen kann.

  2. Bitte genau lesen: Ich habe geschrieben, dass nur wenige Themenbereiche kommentiert werden können – und es nur bei einem Themenbereich Kommentare gibt. Und genau das stimmt. Dass das Kontaktformular so schnell repariert wurde, freut mich – und zeigt einmal mehr, wie gern mein Blog in der Löwelstraße gelesen wird. Also liebe Grüße an die Kollegen ;-)

  3. Roman Korecky sagt:

    Offensichtlich haben Sie sich die Website auch nicht genau angeschaut. Sonst wäre Ihnen aufgefallen, dass das Konzept überhaupt keine Kommentarmöglichkeit bei Themen, sondern nur bei einzelnen Beiträgen innerhalb von Themen erlaubt. Und da es gestern bei einigen Themen noch keine Beiträge gab, gab es logischerweise auch keine Kommentarmöglichkeit.

  4. Doch, doch. Das ist genau das, was ich ja kritisiert habe: Es geht darum, mit Web 2.0 Gags und Vokabular ein modernes Image zu schaffen. Es geht nicht um Inhalte, es geht nicht um Userbeteiligung. Die Inhalte sind teilweise noch nicht mal vorhanden, die Homepage ist aber schon online. User dürfen nur kommentieren, wenn die Partei schon was mittels Beitrag vorgegeben hat. Und bei den paar Sachen, wo kommentiert werden darf, macht fast kaum wer mit. Bauchfleck eben.

  5. martin p. sagt:

    Die SPÖ Plattform erinnert mich auch an die „Perspektiven2010“ und noch dazu schlechter gemacht. Es gibt kein Forum, wo User mit Usern sich austauschen können und eigenen Beiträge schreiben dürfen. Das ganze ist eher eine riesige Werbeseite für die SPÖ Minister und Staatssekretär, wo die alten Antworten der SPÖ nur eine moderne Verpackung bekommen haben. Volle Zustimmung, richtig erkannt! Die SPÖ liebt es anscheinend sich im Netz selbst zu beweihräuchern.

  6. Was ist eigentlich mit “Oeropa” passiert? =)

  7. Guten Abend,

    schön – dieser Beitrag. Danke für das positive Feedback zum Design. Auch herzlichen Dank, dass Sie auf den 404-er-Fehler beim Kontaktformular hingewiesen haben. Ob man den Fehler behoben hat, weil man ihn im Blog eines ÖVP-Mitarbeiters gefunden hat, kann ich Ihnen nicht genau beantworten. Denkbar wäre es natürlich, dass die SPÖ Fehler dort sucht, wo die meisten zu finden sind. Ist doch gut, wenn sie dort auch ihre eigenen Fehler findet. :-)

    Schönen Ostersonntag und herzliche Grüße,
    Roland Vidmar, echonet

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