Ein tiefer Graben
Es war ein Paukenschlag, als das Bundeskanzleramt die Gedenkmesse für den ermordeten Bundeskanzler Engelbert Dollfuß absagte. Seit Jahrzehnten wurde des ersten Opfers Österreichs im Kampf gegen die Nationalsozialisten am Tag seiner Ermordung mit einer stillen, zurückgezogenen Messe am Ort seiner Ermordung gedacht. Selbst der absolut regierende “Sonnenkönig” Bruno Kreisky war zu dieser Tradition gestanden. Doch nun ist alles anders.
Sicher, Engelbert Dollfuß war ein kontroversieller Politiker, kein Mann ohne Schattenseiten. Seine Methoden im Kampf gegen die Übernahme Österreichs durch die Nationalsozialisten sind mit heutigen demokratischen Maßstäben nicht zu rechtfertigen. Doch Fakt bleibt, dass jene Partei, die heute noch mit Karl Renner einen Politiker verehrt, der vehement für den Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland eingetreten ist, das Gedenken an jenen Mann untersagt, der als Erster im Kampf gegen die Nationalsozialisten für Österreich gefallen ist.

Dieser Schritt zeigt den tiefen Graben, der die beiden Regierungsparteien zumindest emotional trennt. Werner Faymann hat mit seinem Linksruck wenig staatsmännische Größe und viel parteipolitischen Egoismus hervorgekehrt. Nicht umsonst war es wieder ein Kniefall vor einer Zeitung - diesmal vor dem Standard – der den jüngsten populistischen Ausritt des SPÖ-Chefs zur Folge hatte. Mag dieser Schritt nur verständnisloses Kopfschütteln zur Folge haben, so wird es dann, wenn es um schmerzhafte, aber unverzichtbare Maßnahmen zur Beendigung der verantwortungslosen Schuldenpolitik geht, wirklich dramatisch. Im Konflikt zwischen parteipolitischem Egoismus und verantwortungsvollen, staatsmännischem Handeln darf nicht der Populismus siegen. Die zweite Jahreshälfte wird zeigen, in welche Richtung die Reise geht.




siehe meine antwort darauf http://zurpolitik.com/2010/07/08/die-neue-dolfus-affare/
[...] werden, was Teilen der ÖVP gewaltig gegen den Strich geht. So schreibt der schwarze Sozifresser Loub etwa „seinem Linksruck wenig staatsmännische Größe und viel parteipolitischen Egoismus [...]
Doch Fakt bleibt, dass jene Partei, die heute noch mit Karl Renner einen Politiker verehrt, der vehement für den Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland eingetreten ist, das Gedenken an jenen Mann untersagt, der als Erster im Kampf gegen die Nationalsozialisten für Österreich gefallen ist.