-
Platterwatch – Fake 2.0
Februar 19, 2008 4 commentsPlatterwatch als Watchblog gilt derzeit als perfektes Beispiel einer Web2.0-Anwendung in der Politik. Der ORF jubelt in der Sendung “Hohes Haus” am letzten Sonntag, den 17. Februar, die Plattform hoch und spricht von den “vielen Aktivisten”, die Platterwatch mit Inhalten befüllen:
http://de.youtube.com/watch?v=iq0QbVS8nsI
Noch am selben Tag habe ich eine Analyse der Content-Lieferanten auf Platterwatch erstellt (Videos habe ich nicht analysiert, da sich von den “Platterwatch-Videos” in Wirklichkeit nur ein Bruchteil mit “Platterwatchen” befaßt. Bisher haben folgende User Bilder geliefert:
- Chrissly08
- RokkerMur
- mario.lechner2008
- willnixverbergen
- aktionistIn
- boesi20
- platter1234
- platterwatcherin
- Manulin
- marieringler
- platterwatch
- platterauterizky1
Von diesen “zahlreichen” 12 Usern sind allerdings 11 entweder Fakes oder Grüne Funktionäre. Praktisch alle User wurden nur für Platterwatch angelegt und haben sonst keine Bilder auf FlickR gestellt. Der einzige User, der nicht klar Fake oder Grün-Funktionär ist, ist “RokkerMur”, hinter dem Wolfgang Kirchleitner steckt. Mario.lechner2008 ist Grüner Landesgeschäftsführer, marieringler ist Grüne Gemeinderätin. Die restlichen User, mit originellen Namen wie “aktionistIn”, “platter1234″ oder “platterwatcherin” wurden (allein schon dem Namen und dem Content nach) von den Grünen ganz offensichtlich nur angelegt, um eine große Anzahl an Usern vorzutäuschen. Anders ist auch nicht zu erklären, dass sie erst NACH Start der Plattform und AUSSCHLIESSLICH mit Inhalten der Plattform angelegt wurden.
Damit ist die Aktivisten-Menge bei Platterwatch nicht mehr und nicht weniger als ein Fake.
Auch die Bezeichnung als “Watchblog” ist unzutreffend. Ein Watchblog überwacht Journalisten (in seltenen Fällen auf Firmen, die Journalisten durch ihre Marktmacht kontrollieren) kritisch, um Fakten, die in den traditionellen Massenmedien nicht auftauchen, aufzudecken. Damit sind sie eine wertvolle Ergänzung der kritischen Kontrolle durch Journalisten.
Platterwatch erfüllt die Anforderungen an ein Watchblog in vieler Hinsicht nicht. So wird die Seite nicht von unabhängigen Bloggern, sondern von einer Partei betrieben. Darüber hinaus wird nicht kritisch die Tätigkeit des Überwachten kontrolliert, sondern versucht, sein Leben 24 Stunden zu überwachen – also ein völlig anderer Zweck. Dazu besteht der Großteil des Bild- und Videomaterials nicht aus einer Dokumentation der Tätigkeit des Überwachten, sondern aus Berichten Aktionen der Grünen. Und schließlich ist die Voraussetzung der Einrichtung eines Watchblogs, nämlich die mangelnde kritische Hinterfragung der Tätigkeit des zu Überwachenden durch die traditionellen Medien, nicht gegeben.
Platterwatch ist damit kein Watchblog, sondern ein Überwachungsinstrument einer politischen Partei gegen den politischen Mitbewerber.
In der ORF-Sendung “Hohes Haus” kritisiert Martin Wassermair vom Institut für Neue Kulturtechnologien Platterwatch dementsprechend:
http://de.youtube.com/watch?v=plImtzyYlTY
Bleibt der schale Nachgeschmack eines unter vorgeblicher Anwendung des “Web 2.0″ eingerichteten politischen Spitzelwesens, Fake 2.0 also…
P.S.: Sorry, wenn die Videos nicht direkt eingebettet sind, das funzt technisch gerade nicht :-(
Posted by Gerhard W. Loub in Politik, Web 2.0
Facebook Kommentare
4 Reponses to "Platterwatch – Fake 2.0"
Trackbacks/Pingbacks
Leave a comment












Lieber Herr Loub :)
1tens bin ich in keinster Weise ein Grün Funktionär wie ich auch nicht bei der SPÖ bin.
Ich mache privat meinen Wahlkampf für Rot/Grün in Wien 2010.
Ich bekomme auch kein Geld dafür.
Brauche ich auch nicht.
SCHWARZ/BLAU ist mir eine Mahnung.
Sie, der nicht einmal ein bestätigtes Bier Angebot einhalten können/wollen ist trotzdem nicht mein Feind.
Ich verlange das diese Stellungsnahme reinkommt dann ist die Geschichte für mich erledigt.
Folgendes:
Teile ich mit das ich weder ein Grün noch Rot Funktionär bin.
Ihr von der ÖVP – die diesen dritten Nationalratspräsidenten “liebt”
solltet wirklich für Wien arbeiten.
Lieber Herr Kirchleitner!
Erst lesen, dann meckern. Ich zitiere: “Der einzige User, der nicht klar Fake oder Grün-Funktionär ist, ist “RokkerMur”, hinter dem Wolfgang Kirchleitner steckt.” Da gibt´s ja wohl nix richtig zu stellen.
Auf das restliche schwarz-blau Gequatsche geh ich nicht ein, die hohlen Phrasen sind´s mir nicht wert.
P.S.: Bier? Kann mich jetzt nicht erinnern, bitte auf die Sprünge helfen…
Steht irgendwo in ihren Blog.
Ich meld mich wenn ichs gefunden habe.
THX für die Richtigstellung die keine war.