-
Drogenwerbung via Standard
Januar 12, 2009 No comments
Intensiv kämpfen verantwortungsvolle Politiker und Experten gegen Drogensucht und immer neue Mode-Drogen. Der Online-Standard ist da anders. Hier darf ein Drogenproduzent aus Holland Werbung für seine Produkte machen. Sogar zu einer Plattform, die Drogen als “cool” darstellt, wird vom Standard verlinkt.Unbehelligt von kritischen Fragen darf der holländische Drogenboss im Standard Werbung für sein “Geschäft machen. Er berichtet stolz, wie viele Drogen er so konsumiert:
derStandard.at: Wie viele Joints rauchen Sie pro Tag?
Gabriel: Zwischen 10 und 15. Ich rauche etwa 1,3 Gramm gutes Gras am Tag.
derStandard.at: Welche Drogen haben Sie schon ausprobiert?
Gabriel: Ich bin 45 Jahre alt und habe mit 15 angefangen zu kiffen. Da ich in Holland lebe, habe ich freien Zugang zu Cannabis und sehr vielen anderen Drogen. Dauerhaft nehme ich Cannabis und GABA zu mir, habe aber in meinem Leben auch Erfahrung mit Pilzen, Kakteen, LSA und auch mit den Major-Drugs Kokain, Heroin, Ecstasy und Crack gemacht.Überhaupt sollen Cola und Kaffee ja viel ärger sein als harte Drogen:
derStandard.at: Kann es sein, dass Sie mit Ihren Produkten Jugendliche zum Drogenkonsum animieren?
Gabriel: Unsere Jugend ist bereits auf der viel härteren Droge Alkohol, sie raucht und konsumiert Cola, Kaffee und Red Bull ohne jegliche Altersbeschränkung. Wen sollte ich denn mit meinem leichten Feuerkraut noch animieren?Wirklich gefährlich ist für den Holländer allerdings – und hier ist es nur noch skurril – dass das Internet nicht erst ab 18(!) verwendet werden darf:
Es liegt in der Aufsichtspflicht der Eltern und des Gesetzgebers, so etwas wie das Internet nicht für Kinder zugänglich zu machen.
Politikern wiederum raten der Standard und der holländische Drogendealer zum Kiffen – und gleich wird völlig unkritisch Werbung für das ach so tolle Cannabis gemacht.
derStandard.at: PolitikerInnen sind jobbedingt des Öfteren angehalten, Alkohol zu konsumieren. Angenommen, sie würden aufs Kiffen umsteigen: Was würde das an unserer politischen Situation verändern?
Gabriel: Die Politiker würden mehr über ihre Entscheidungen reflektieren. Cannabis ist eine Droge der Denker. Es kann, richtig angewendet, die Lebensqualität steigern. So wie es der Alkohol ja auch macht.Und zum Abschluss wirbt der Standard noch mit einem Link für die Cannabis-Plattform des Dealers (den ich aus rechtlichen Gründen hier nicht anführe). Da kann man dann mit einem lustigen Online-Spielchen lernen, wie toll es ist, als Dealer Geld zu verdienen.
Das Interview zum Nachlesen: http://derstandard.at/?url=/?id=1231151345624%23forumstart
Drogen werden verharmlost, Drogendealer bekommen eine Werbeplattform. Das hat nichts mehr mit Medienfreiheit zu tun. Der Standard hat seine Rolle als moralische Instanz verspielt.
Posted by Gerhard W. Loub in Medien, Politik
Facebook Kommentare











