• Die Neidgenossenschaft

    Februar 10, 2009 4 comments

    Die Aufregung ist groß: Österreichische TV-Lieblinge wie Armin Assinger, Arabella Kiesbauer und Alfons Haider verdienen an ihren TV-Engagments ordentlich. Nicht wirklich verwunderlich bei gefragten TV-Größen (auch wenn ich mich nicht gerade zu den glühenden Fans zähle) und absolut branchenüblich. Doch rasch hat das die Neidgenossenschaft auf den Plan gerufen – siehe “Österreich” und “Heute”. Und während üblicherweise Politiker wegen ihres angeblich zu hohen Gehalts gescholten werden, prügeln sich die Medienleute nun gegenseitig. Doch vor der eigenen Tür kehrt niemand.

    Auch Journalisten, auch Chefredakteure und Verleger, verdienen wirklich nicht schlecht. Doch einem Vergleich weichen viele aus. Während “Österreich” und “Heute” zwar den ORF prügeln, die eigenen – sicher nicht armseligen – Gehälter ihrer Spitzenleute aber nicht preisgibt, hat es der ORF-Report letzte Woche nicht anders gemacht. Da wurden die Gehälter der Chefredakteure von “Profil” und “Presse” veröffentlicht (Profil-Chef Rainer: 17.000€ brutto, 15 mal im Jahr (tja, Journlisten bekommen halt laut Kollektivvertrag 1 Monatsgehalt mehr als die “gewöhnliche” Bevölkerung); Presse-Chef Fleischhacker: 140.000€ brutto pro Jahr, bis zu 50.000€ Boni). Die laut Rechnungshof völlig überzogenen ORF-Gehälter wurden allerdings verschwiegen.

    Diese Diskussion der Neidgenossenschaft könnten wir sicherlich endlos fortsetzen. Doch was bringt das überhaupt? Eigentlich sollte ganz klar sein: Spitzenleute verdienen auch ein Spitzengehalt wenn sie eine entsprechende Spitzenleistung bringen. Wird kein entsprechendes Gehalt gezahlt, wird sich die Qualität der Job-Bewerber auch in Grenzen halten. Ein Ergebnis der Neidgenossenschaft, das nicht das Ziel sein darf.


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    4 Reponses to "Die Neidgenossenschaft"

    1. erstaunlich.at 11 Feb 2009

      Das Problem liegt darin, sich nach der Decke zu strecken. Wenn ein Staatsbetrieb, der noch dazu schwer im Minus ist, Gehälter bezahlt die
      in keiner Relation zur Leistung stehen, ruft das automatisch Unmut hervor.
      Dadurch ist es ein leichtes, von eventuellen eigenen Unpässlichkeiten abzulenken.
      MfG
      Stauni

    2. Gerhard W. Loub 12 Feb 2009

      Ja, da gebe ich Dir natürlich recht. Aber wo konkret ist das der Fall? In den von mir zitierten Beispielen eigentlich nicht, oder?

    3. erstaunlich.at 13 Feb 2009

      Hat sich nicht spezifisch auf diesen Artikel bezogen, sondern sollte nur die allgemeinen Reaktionen widerspiegeln. In dieser ganzen Thematik herrscht das Florianiprinzip.
      MfG
      Stauni

    4. jakob 16 Feb 2009

      hast du eine orf-meldung zur gebührenerhöhung letztes jahr in der zib gesehen? geschweige denn eine diskussion in irgendeiner sendung des orf? oder wo war der bericht zum fetten orf-minus?

      jeder patzt jeden an, das ist momentan die medienkultur dieses landes

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