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Tim Kretschmer, Josef Fritzl und die Medienwelt 2.0
März 12, 2009 3 commentsDa habe ich heute früh nicht schlecht gestaunt, als ich noch halb verschlafen im ZDF-Morgenmagazin über das Drama von Winnende Winnenden in einem Beitrag über Twitter und Web 2.0 auf einmal mein Blog wiedererkannt habe. Bei der Googlesuche nach Winnenden und Web 2.0 findet sich mein entsprechender Blog-Beitrag auf Platz 1. Das hat mir gestern rund 2.500 Besucher und heute erneut über 1.000 Besucher verschafft – zum allergrößten Teil übrigens aus Deutschland. Und die Süddeutsche Zeitung kritisiert fast wortgleich mit meinem gestrigen Beitrag falsche Verdächtigungen im “Web 2.0″.
Der Kampf zwischen den selbsternannten und echten “Bürgerjournalisten” und den traditionellen Massenmedien nimmt immer neue Formen an. So wird im “Web 2.0″ kritisiert, dass Massenmedien etwa Twitteraccount nur für den Anlassfall Winnende Winnenden angelegt haben und dass Journalisten bei Twitterern nicht zwischen Augenzeugen und Twitterern, die selbst nur über Umwege vom Amoklauf gehört haben, unterscheiden können. So meint “Star-Twitterin” Tontaube genervt: “Liebe Presse: ich weiss doch auch nichts von dem Verrückten…” – nachdem CNN von ihr einen LIVE-Bericht wollte. Umgekehrt wirft die Presse – wie ich selbst in meinem gestrigen Beitrag – den Twitterern mangelnde Recherche vor (was allerdings zu den Aufgaben eines guten Journalisten, nicht aber eines privaten Twitterers gehört) – und die Nennung des Namens des Täters. Und das führt zu einer spannenden Frage: Darf der Name des Amokläufers genannt werden?
Nun bin ich sicher kein Medienrechtsexperte (wie übrigens die meisten Twitterer auch nicht), allerdings frage ich mich schon, ob höchstpersönliche Rechte von Toten überhaupt einklagbar sind. Andererseits möchte ich auch erinnern, dass Josef Fritzl in praktisch allen Massenmedien mit dem Klarnamen genannt wird – Massenmedien, die nun gegen die Nennung von Tim Kretschmer im “Web 2.0″ zu Felde ziehen. Hier geht es weniger um Besorgnis um die Wahrung der Privatsphäre des toten Täters als um den Neid- und Vorurteilskomplex der Massenmedien gegenüber dem “Web 2.0″.
Die Auswirkungen von Twitter & Co. auf die “neue Medienwelt” und die Massenkommunikation im 21. Jahrhundert sind noch längst nicht absehbar. Der Kampf um Aufmerksamkeit und Rezipienten ist allerdings schon voll entbrannt.
P.S.: Ganz bewußt möchte ich heute nicht auf mögliche Ursachen, Mitschuldige und gesellschaftliche Ursachen für den Amoklauf eingehen. Dazu sind schlicht zu wenig Fakten bekannt – auch wenn die abgebrochene psychiatrische Behandlung des Täters mehr als Fragen aufwirft.
Posted by Gerhard W. Loub in Chronik, Medien, Politik, Web 2.0
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3 Reponses to "Tim Kretschmer, Josef Fritzl und die Medienwelt 2.0"
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Nur eine kurze Anmerkung:
Der Ort heißt Winnenden, nicht Winnende.
Ah, thx, vertippt…
Hi Gerhard,
wie geht es Dir zurzeit? Hoffentlich geht es Dir bald besser, allerdings musst Du dann dringend besser auf Deine Ernährung achten. Ich weiß, dass das jetzt blöd klingt, aber einem Bekannten von mir ist es auch so gegangen wie Dir, weil er einfach zu starke Gewichtsprobleme gehabt hat. Aber jetzt ist ja sowieso Fastenzeit ;-)
Aber nun habe ich zwei neue Skandalvideos für Dich. Nicht nur auf Twitter wird die Situation immer problematischer, auch auf YouTube wird es, wie Du ja bereits angesprochen hast, immer krasser.
Da stellt doch ein Typ, der sich als “der echte Gangsta” bezeichnet kranke Videos auf YouTube, in denen er von umbringen erzählt uns glaubt, dass es witzig ist….
Video 1: hier sticht der echte Gangsta seine Plüschkuh ab und hängt sie anschließend auf
http://www.youtube.com/watch?v=8IVSX0tvbNo&feature=related
Video 2: hier spielt er Counterstrike und zertrümert dabei seine Tastatur
http://www.youtube.com/watch?v=tuePJImVeIg&feature=related
er selbst sieht diese Videos als witzig an … das zeigt doch deutlich, wie schlimm die Aggressivität bei den Jugendlichen ist.
Wäre interessant, wenn Du dieses Thema aufgreifen würdest und ach ja, der Fritzl gehört gehängt!
lg
Ekki