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Einigung: Lehrerstreik abgesagt
April 20, 2009 6 commentsNun ist es also doch geglückt: Nach Einschaltung der Regierungsspitze konnte zwischen Lehrergewerkschaft und Unterrichtsministerium eine Einigung erzielt werden, der Streik ist abgesagt. Laut APA enthält die Einigung u.a. folgende Punkte:
- Keine Ausweitung der Unterrichtsverpflichtung
- Altersteilzeit für Lehrer
- Umstellung von befristeten in unbefristete Verträge bei Vertragslehrern
- Miete für Bundesschulgebäude an BIG wird für zwei Jahre gestundet
- Abschaffung der schulautonomen Tage
- Anhebung der Supplierung für Landeslehrer von 10 auf 20 Stunden
- Anhebung der Supplierung der Bundeslehrer um 10 Stunden
- Reduzierung des Mehrdienstleistungs-Zuschlags
- Reduzierung des Abendschul-Zuschlags
- Entfall der Bildungszulage
- Entfall der Mehrdienstleistungen (Feiertage, Landespatron und Allerseelen sowie zwei Tage Fortbildung)
- Reduktion der Prüfungsvorbereitungs-Zuschläge
- Reduktion der Prüfungstaxe
- Wegfall der administrativen Belohnung
Ab Mittwoch wird ein neues Dienstrecht für Lehrer verhandelt.
Damit kann die Budgetrede von Josef Pröll am Dienstag wie geplant um 9:05 Uhr starten – LIVE auf ORF2 und im Internet.
Posted by Gerhard W. Loub in Politik
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6 Reponses to "Einigung: Lehrerstreik abgesagt"
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Da habe ich mit meiner Einschätzung zu Beginn des Konflikts völlig danebengelesen. Vor allem “im zentrum” gestern hat BM Schmied ihre wahren Absichten offenbart und es steckte nur eine reine Finanzierungsmaßnahme hinter dem Vorschlag.
Da werden noch interessante Wochen auf Österreich zukommen. Im Grunde hat die BReg damit das eigene Budget bereits vor dem Beschluß wieder zu Grabe getragen. Vielleicht bekommt Österreich sogar noch eine Streiktradition. Wie die Regierung nach den windigen Schmäh mit der “Mietstundung” bei anderen Berufsgruppen weiterverhandeln will, wird interessant. Da wird das Budget wohl noch ein paar mal aufgeschnürrt werden.
Hmmm, also wieso hat die BReg das Budget zu Grabe getragen? Wegen einer Mietstundung? Ein verschwindend geringer Anteil am Budget, deswegen ist das ganze Budget nicht gleich in Gefahr.
Weil das Budget dadurch aufgeschnürrt wurde. Zwar hinter einem Trick, indem man es nicht offen macht, aber durch eine Umschiebung von einer bundesnahen Agentur zu einem Ministerium. Wie und ob das Geld zurückgezahlt wird, steht noch nicht fest.
Demnächst werden wohl die nächsten Minister ausschwärmen, um in ihren Bereich Einsparungsmaßnahmen zu präsentieren. Jetzt hat die Gewerkschaft aber einen Erfolg und wird daher jeden einschneidenden Vorschlag bekämpfen. Jede andere Gruppe wird sich natürlich auch denken, warum wir schon, die aber nicht.
es ist nie um Bildung gegangen nur ums Geld. das stört mich,
und so wie es ausschaut könnens die Verwaltungsreform einrexen für die nächsten 30 Jahre.
find diese Budgetumschichtung auch nicht in Ordnung.
http://weltbeobachterin.blog.de/2009/04/21/kompromiss-5984034/
@weltbeobachterin: Natürlich ist es hier nur ums Geld gegangen. Die Treffen von Schmied und der Gewerkschaft wurden aber auch nie als Bildungsdebatte tituliert. Ging von Anfang an nur um Budgetäres.
Die Bildungsdebatte ist in Österreich zu einem Streit über Gesamtschule oder nicht verkommen. Dabei gilt es zunächst eine ganz andere Frage zu beantworten. Wollen wir in Österreich den Menschen selbst (aus)bilden oder wollen wir ihn nur für den Beruf bzw. die Wirtschaft ausbilden? Pisa beantwortet eigentlich hauptsächlich wie es um die Bildung in Bezug auf Wirtschaft und Beruf steht. Leider versteifen sich darauf die OECD-Länder und auch Österreich immer stärker, während die Ausbildung des menschlichen Charakters und seiner sozialen bzw. politischen Merkmale zu Gunsten der Naturwissenschaften immer mehr verschwindet.
Geisteswissenschaften lassen sich nunmal nicht so gut zu Geld machen wie Naturwissenschaften. Ihre Ergebnisse sind von der Wirtschaft kaum zu verwerten, für die Gesellschaft jedoch unbezahlbar. Wir schaun nur wie gut es der Wirtschaft geht, dabei ist es die Gesellschaft die zunehmend verkommt! Bildung bringt nicht nur Kohle, sondern wirkt auf alle Formen des Zusammenlebens!
Wenn man 8 Wochen braucht um in dieser marginalen Frage zu einer mehr oder weniger brauchbaren Einigung zu kommen, kann man sich schon vorstellen wie lange eine wirkliche Bildungsdebatte wohl dauern müsste. Von der Verwaltungsreform kann man nur träumen, da bekommt man es mit ganz anderen Gegnern zu tun. Ohne “offene Kriegshandlungen” würd sich da wohl gar nix tun.
Ja, wir brauchen unbedingt eine Bildungsdebatte. Leider hat Schmied sich nur auf die finanzielle Frage konzentriert und bis jetzt nichts zur Zukunft der Bildung vorgelegt. Umso besser, wenn sie dieses Thema jetzt ernsthaft angeht.