Als die APA um 10:24 Uhr in einer EILT-Meldung vom schweren Zugsunglück im belgischen Buizingen berichtete, war die Meldung im Web 2.0 schon fast zwei Stunden alt. Denn es war ein Passagier in einem der verunglückten Züge, der nicht nur die erste Meldung, sondern via Twitpic das erste Bild des Unglücks brachte und damit weltweit zugänglich machte (und jetzt mit Interviewanfragen überhäuft wird). Die Zeit, in der die Nachrichtenagenturen die schnellste Quelle aller EILT-Meldungen sind, ist vorbei.

Dennoch haben die Nachrichtenagenturen ihre Bedeutung auch bei Eiltmeldungen noch nicht verloren. Denn die Überprüfung der Meldungen vor Veröffentlichung, die schon mal etwas dauern kann, die Zuverlässigkeit der Informationen unterscheidet die Agenturen weiter von allen Web 2.0 Kanälen. So sieht sich die APA – wie am “APA Online Tag 2009″ konstatiert – als “Leuchtturm in der Informationsflut des Web”, kann wichtige von unwichtigen, zuverlässige von unseriösen Informationen unterscheiden.

Nachholbedarf herrscht dennoch: Denn die Informationen, die im Web 2.0 verfügbar sind, werden von Nachrichtenagenturen Eiltmeldungen aus dem Web oft mit enormer Verspätungen wahrgenommen, Redakteure sind mit den Regeln und Begrifflichkeiten des Web 2.0 überfordert. Das zeigt sich eindrucksvoll, wenn etwa der analysierende N-TV-”Internet-Redakteur” von “Twitterpic” statt “Twitpic” spricht.

Das “Web 2.0″ bringt viele Chancen, Neuerungen und Beschleunigung. Den Herausforderungen werden die traditionellen Medien noch lange nicht gerecht.

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