-
Kufstein: Wenn Medien Politik machen
März 23, 2010 3 commentsNicht immer bekommt man im fernen “Wasserkopf” Wien mit, wenn´s im “heiligen Land” Tirol hoch her geht. Doch offensichtlich gibt´s nicht nur in Wien das Problem, dass manche Medien gerne aus der Rolle des Berichterstatters schlüpfen und in den Geruch ungustiöser Parteinähe kommen.
Und so bin ich auf das Blog von Manfred Kimmel gestoßen, der von gar wunderlichen Ereignissen im Kufsteiner Wahlkampf berichtet. So wurde bei einer – öffentlichen – Veranstaltung der Bezirksblätter zur Tiroler Gemeinderatswahl mitgefilmt und ein Video auf YouTube gestellt – was dem Uploader völlig ungerechtfertigte Klagsdrohungen durch die Bezirksblätter einbrachte. Gleiches Recht für alle? Nicht doch. Die Kufsteiner Partei “Die Parteifreien” hat wenig später ein Video einer entsprechenden Bezirksblätter-Diskussion in Kufstein auf YouTube hochgeladen. Damit hatten die Bezirksblätter dann seltsamerweise kein Problem. Ein Schelm, wer da an parteipolitische Motive denkt.
Links zum Beitrag:
- Blogbeitrag: Politische, mediale Mchenschaften?!?!
- Facebook-Seite “Kufsteiner gegen Zensur”
- Bezirksblatt Kufstein
Posted by Gerhard W. Loub in Medien, Politik
Facebook Kommentare
3 Reponses to "Kufstein: Wenn Medien Politik machen"
Leave a comment












Christian Mey (Redaktionsleitung BB) hat im Blog bereits via Kommentar dazu Stellung bezogen:
“Ganz einfach, man hat uns in vorher um Erlaubnis gefragt. Darüber hinaus war bei den Parteifreien ersichtlich, dass es ihre parteiische Sicht der Diskussion ist. Ganz anders war das im Fall Wörgl. Dort hat uns der Verfasser des Videos vorher nicht um Erlaubnis gefragt, und sich auf Youtube sogar als “tyroltv” ausgeben (inklusive Foto eines tiroltv Moderators). Das täuscht Sicht der BEZIRKSBLÄTTER eine Objektivität vor und verletzt aus der Sicht unserer Medienanwälte sogar bestehendes Markenrecht. Ich hoffe damit deutlich gemacht zu haben, warum die BEZIRKSBLÄTTER in diesem Fall so reagiert haben.
Mit freundlichen Grüßen
Christian Mey”
“Wehr zahlt, schafft an”, ist eine alte Weisheit und mit Inseraten kauft man immer sonst auch was mit – auch wenn´s nur “gute Stimmung” ist. Besonders bei den Bezirksblättern fällt auf, dass fast immer in unmittelbarer Nähe eines halbseitigen Inserates auch ein redaktioneller Artikel ist, der – vollkommen zufällig natürlich – genau den inseratzahlenden Betrieb oder dessen Tätigkeitsbereich positiv zum Thema hat. Und seien wir ehrlich, die Information der Bürger ist sicherlich auch nicht das Hauptmotiv der millionenteuren Inserate der Ministerien. Mir gefällt das zwar nicht, aber insgesamt dürfte der politisch motivierte Kauf von Medien “business as usual” sein…
Aber wir dürfen noch hoffen, wir haben ja den mit Zwangsgebühren + 160 Mille ausgestatteten ORF. Der ist öffentlich-rechtlich und somit auf alle Fälle immerwährend neutral… :)
Daß die Parteifreien in Kufstein mitfilmen durften, ist gar nicht mal so das Erstaunliche daran, eher, daß die Wörgler Videos von “themeymedia” selbst nicht verwendet wurden, schließlich filmte das BZ-Team ja in Wörgl auch selber mit (vgl. http://youtube.com/themeymedia ). Ich hab’ letztlich meine “zensierten” Videos den BZ zur freien Verwendung angeboten (mir ging’s ja um die Information darin, damit auch nicht Anwesende die sehr sehenswerten Szenen der Folgen hiesiger Kommunalpolitik nacherleben konnten), bekam dazu aber keine Antwort. Auch wurde jedes persönliche Gespräch als obsolet negiert.
Es ging daher höchstwahrscheinlich nicht um meine mutmaßliche Objektivität / Subjektivität oder gar den Namen “tyroltv” (siehe dazu den heutigen Kommentar des Chefredakteurs von tirolt_tv im ursprünglichen Blog-Beitrag); es ging offenbar um reine Einschüchterung und “Steuerung der Verbreitung von Inhalten”. Das ist in der Art und Weise, wie an mich herangetreten wurde, ja auch prächtig gelungen.