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#wienerlinien #failday
Juli 15, 2010 5 comments
Ganz ehrlich: Was die Wiener Linien in den letzten 24 Stunden aufführen, geht auf keine Kuhhaut mehr. Die U4 bleibt im Tunnel stecken – wann die Linie wieder durchgehend befahrbar ist, kann man niemand sagen. Auch die U1 ist unterbrochen, selbst auf der U3 kommt es zu Ausfällen. Und auch bei Straßenbahnen und Bussen kommt es trotz des schwachen Verkehrs im Sommer zu teilweise starken Verzögerungen. So gleichen die Wartezeiten bei 10er, 49er und 52er der Lottoziehung: Realistische Voraussagen über Intervalle können nicht getroffen werden. Statt in Zeiten stärkerer Ozonbelastung das Umsteigen auf Öffis zu fördern, wie es etwa Wolfgang Gerstl fordert, wird der Individualverkehr gestärkt. Eine Meisterleistung der roten Stadtregierung.
Eine Frechheit auch, was sich die Wiener Linien beim Thema Klimatisierung leisten: Über die SPÖ-Jubelpostille “Heute” wird stolz verkündet, dass künftig alle(!) Öffis klimatisiert sind. Freilich erst im Kleingedruckten steht, dass es erst in 20 Jahren soweit ist. Wie Café Puls berichtet, ist Wien absolutes Schlusslicht bei der Öffi-Klimatisierung. Während in anderen Städten schon alle Öffis über Klimaanlagen verfügen, sind es in Wien gerade einmal 30%. Und daran wird sich auch nur langsam etwas ändern. Denn der nachträgliche Einbau von Klima-Anlagen in Öffis ist – wie der Wiener Linien Sprecher Answer Lang, ehemaliger Sprecher von Alfred Gusenbauer betont – einfach nicht wirtschaftlich. Soll heißen: “Wenn unsere Kunden eh mit uns fahren müssen, weil wir Monopolist sind, bringt´s uns auch nicht mehr Geld, mehr Service anzubieten.”Diese Einstellung gegenüber den eigenen Kunden ist auch bei den diversen Störungsdurchsagen der Wiener Linien zu merken, wie Florian Liehr treffend bemerkt: Nein, die Wiener Linien entschuldigen sich nicht mehr für Verspätungen, Verzögerungen oder Ausfälle, bitten nicht mehr um Verständnis. Im besten Fall wird noch die Aufmerksamkeit gedankt. Und selbst diese Durchsagen sind kaum verständlich. Für Touristen heißt´s überhaupt Pech gehabt: Die Ansagen gibt´s nur auf deutsch, wie Marco Schreuder kritisiert.
Und genau das ist auch der Grund, warum ich die Wiener Linien so intensiv kritisiere – etwa via Twitter, Facebook & Co. Die Wiener Linien sind sauteuer, aber sie wirken nicht. Profite, die bei den Wiener Stadtwerken durch überhöhte Tarife erzielt werden, fließen in die gigantische PR-Maschinerie der Wiener SPÖ-Stadtregierung und in die Finanzierung sonst unleistbarer Privilegienparadiese – statt in Reduktion der überhöhten Tarife und Verbesserung von Service und Sicherheit. Unfälle bei den Wiener Linien werden regelmäßig vertuscht, Sicherheitsmaßnahmen aus Kostengründen reduziert oder gar juristisch bekämpft. Und die Medien werden über personelle Verknüpfungen und finanzielle Abhängigkeit über die Inseratenmaschinerie der Stadt Wien an der kurzen Leine gehalten. Von einer kritisch hinterfragenden Medienlandschaft kann bei diesem Thema keine Rede sein. Ganz im Gegenteil, so liest man in der “Wiener Zeitung”:
Pikant ist, dass die Wiener Linien den Unfall offenbar tunlichst verheimlichen wollten. In einer internen Meldung ist vermerkt, dass sich die Medien zurückgehalten hätten, “da man die tollen Errungenschaften der Stadt Wien nicht in Misskredit bringen will”.
Nein, es geht mir nicht einfach darum, die Wiener Linien herunter zu machen. Aber als täglicher Öffi-Nutzer verlange ich, dass die Wiener Linien endlich wieder die Kunden in den Mittelpunkt stellen. Und von den Medien erwarte ich, dass sie von ihrer Rolle als Jubelpostillen wieder zu einer kritischen Begleitung zurückfinden. Denn das “Web 2.0″ allein wird die unerträgliche Situation nicht bereinigen. Aber es kann eine wesentliche Rolle dabei spielen, den nötigen öffentlichen Druck zu erzeugen.
NACHTRAG: Die Wiener Linien haben das Problem mit der U4 auf ihre eigene Weise gelöst: Der Hinweis auf die Störung wurde von der Homepage gelöscht, die U4 geht nach wie vor nicht.
Posted by Gerhard W. Loub in Politik, Wien
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- U4 lahmgelegt: “Heute” zieht positive Bilanz | Loub 2.0
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wir müssten neoliberalisieren, das ganze netz in die usaverkaufen, cross-boarder-zurückleasen und 20 wettbewerbsteilnehmer im wiener verkehrsnetz haben. der wettbewerb wirds sicher regeln: als kunde kann ich mich dann für den anbieter entscheiden, der auch wirklich zum praterstern fährt.
es lebe die österreichische volkspartei!
Das fällt einem natürlich leicht: Tropische Hitze in Österreich und wer hat dann natürlich wieder Schuld, wenn das Öffi-Netz in Wien nicht funktioniert? Die SPÖ, eh klar.
Was ich so aus (viel größeren) deutschen Städten mitbekommen habe, kann sich jeder Wiener glücklich schätzen, ein so durchgeplantes öffentliches Verkehrsnetz zu haben. Und ja, auch ich finde oft genug Gründe, um es zu kritisieren. Fehlerhafte Anzeigen (oder Anzeigen, die einfach nichts anzeigen), unfreundliche U-Bahn-Fahrer, oder ganz einfach Ausfälle. Aber hey. Ich (als Landkind) finde es wahnsinnig, wie groß und scheinbar auch sehr durchdacht das Wiener Öffi-Netz ist.
Der Vergleich z.B. mit St. Pöltens Öffis ist ein kleiner Scherz. Klar, Busse, die relativ wenig genutzt werden und alle halben Stunden fahren, sind wahrscheinlich besser klimatisiert. Desweiteren gehört deine Interpretation von Answer Lang kaum unter Anführungszeichen. Man vermutet beinahe, er hätte das so wortwörtlich gesagt.
Lachen musste ich, dass du Marco Schreuders Forderung nach mehrsprachiger Durchsage gut findest. Ich musste da nämlich sofort an das VP Wien Plakat denken: wieso verlangt man, dass man über Bildung nur auf Deutsch spricht, von den Öffis soll es dann plötzlich international sein?
Aber schön, wie man immer etwas zu kritisieren findet. Klar, Kritik ist wichtig und sollte eine Ansporn für den Kritisierten sein. Aber während es immer wieder betont wird, dass für Karl-Heinz Grasser z.B. die Unschuldsvermutung besteht, kennt Loub stets sofort die Schuldige: die SPÖ!
Es ist Wahlkampf, eh klar.
Es ist schon lange nichts neues mehr, daß dieser verrottete Lügenverein zwar ständig jammert, wenn es um die Fahrgastzahlen geht, aber nicht im geringsten bereit ist substantielle Verbesserungen für seine Fahrgäste einzuführen. So hat bereits im Jahr 2007, als es wochenlang mehr als 35°C im Schatten hatte, Hr. Stadtrat Rieder versprochen bis Mitte 2010 bis zu 50% aller Öffis zu klimatisieren. Tatsächlich sind bis heute (2011) nicht einmal 25% klimatisiert. Trotz der inzwischen deutlich verbesserten Lage ist Wien von einer zeitgemäßen Ausrüstung seiner Schienenfahrzeuge noch immer Lichtjahre entfernt.
Die Problematik die sich hier stellt ist besonders bei der Linie U6 spürbar, da diese beim AKH vorbeiführt und daher entsprechend viele Ältere und auch kranke Passagiere unter der Sommerhitze zu leiden haben. Ein zusätzlicher Aspekt in dieser Angelegenheit ist auch die seit Jahren in Wien ansässige Firma Vossloh-Kiepe, die sich auf die Klimatisierung von Schienenfahrzeugen spezialisiert hat und daher als erste Adresse bei entsprechender Auftragserteilung gilt. Die Finanzierung einer solchen Maßnahme wäre daher auch mit der Schaffung weiterer Arbeitsplätze im Raum Wien verbunden, da die nachträgliche Aufrüstung aller Fahrzeuge vom Typ T mehrere Jahre in Anspruch nehmen würde. Von den umbauwürdigen Straßenbahnen ist dabei noch garnicht die Rede, denn auch hier wurde in offensichtlich irrationaler Weise zumindest bei der ersten Generation des ULF der Rotstift bei den Anschaffungskosten eingesetzt und alles was irgendwie nach Komfort aussah gnadenlos wegrationalisiert, natürlich wieder auf Kosten der Fahrgäste. Hätte man schon damals mehr an die immer heißer werdenden Sommer und der damit verbundenen Hitze in den Fahrzeugen gedacht, könnte man sich heute zurücklehnen und über andere Probleme die den öffentlichen Verkehr betreffen nachdenken.
Aber es wäre ja nicht Wien, wenn hier auch nur ansatzweise so etwas wie Weitsicht zum Einsatz gekommen wäre. Typisch Gemeinde Wien, typisch Wiener Linien, typisch SPÖ!