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Auf Verbrecherjagd in Wien
Juli 27, 2010 4 comments
Ja, die Stadt Wien macht Ernst im Kampf gegen das Verbrechen:” Im Zuge eines Kontrollgangs [...] wurde eine Frau am Spielplatz auf einer Wippe sitzend angetroffen. Als sie ihre Zigarette auf den Boden warf, schritten die Ordnungsberater ein. Da es sich hier um eine besonders drastische Übertretung handelte [...], wurde unmittelbar ein Strafmandat mit 36 Euro Bußgeld ausgestellt.” (Originalzitat aus einem Inserat der Stadt Wien im Gratisblatt “Heute” vom 27.7.2010)
Diese erfolgreiche Heldentat im Kampf gegen das organisierte Zigarettenwegwerf-Verbrechen muss natürlich gefeiert werden. Und so hat die absolut rote Stadtregierung in ihrer Weisheit beschlossen, ihre Untertanen von dieser Heldentat durch Schaltung einer Annonce in einem konformen Medienerzeugnis gebührend zu unterrichten und damit zugleich ihren Beitrag zur Förderung der freundlich gesinnten Medienlandschaft zu leisten. Edler Bürgermeister, habt Dank für diesen Großmut!
Posted by Gerhard W. Loub in Politik, Wien
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4 Reponses to "Auf Verbrecherjagd in Wien"
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Immerhin hat ein solches Inserat mehr Informationsgehalt als die viel teureren Inserate von unserem Finanzminister Pröll im Frühling. Denn was soll ich als Staatsbürger mit der Info anfangen, dass ich soundsoviel Euro Schulden habe, außer die dafür verantwortlichen Politiker aus ihren Ämtern zu jagen. (Ach so, die haben ja längst ihre Ämter nicht mehr…)
Dieses Inserat hat aber immerhin den Informationsgehalt, dass Rauchen auf Spielplätzen und vor allem das Wegwerfen von abgebrannten Zigaretten verboten und sogar geahndet wird. Ich bin mir sicher, dass das ein Großteil der Bevölkerung nicht weiß.
Während ich mit Dir jede Wette eingehe, dass 99% der Österreicher über ihren Anteil am Schuldenstand nicht Bescheid wissen, ist wohl hoffentlich davon auszugehen, dass ein durchschnittlich zivilisierter Wiener weiß, dass er auf Spielplätzen keine Zigarettenstummel wegwerfen soll.
Information ist gut und schön, aber sie sollte auch Auswirkungen auf die persönlichen Handlungen haben. Was mache ich, wenn ich meinen Anteil am Schuldenstand Österreichs kenne? Mich eingraben? Auswandern? Erschiessen? Konkurs anmelden?
Und dein Kommentar zeigt eines: Nicht einmal du weißt anscheinend, dass nicht nur das Wegwerfen von Zigarettenstummeln auf Spielplätzen verboten sind, sondern schon das Rauchen an sich. Und da lade ich dich gerne ein, eine Umfrage in deinem Bekanntenkreis zu machen. Ich bin sicher, dass das 99 % nicht wissen.
1) Hier geht es darum, die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit der Sparmaßnahmen zu erklären. Ein klassischer Auftrag für Öffentlichkeitsarbeit.
2) Dass auf einem Spielplatz Rauchen nicht erlaubt wäre, geht aus dem Inserat nicht hervor. So gesehen ist es noch unnötiger als eh schon angenommen.