
Na endlich: Da ist sie wieder, die Sexismus-Debatte. Erregt diskutiert von den Linken in Wien, folglich auch im gestrigen Report brav thematisiert von der roten Außenstelle am Küniglberg.
Dabei hat schon am Montag der Chefredakteur von “Heute” (ja, ausgerechnet der!) in seiner Kolumne “Doppelmoral II” einen netten Vergleich zwischen dem umstrittenen Hirter-Sujet und den Fotos vom SPÖ-geförderten Life-Ball gezogen und die Frauenstadträtin gefragt, wo sie hier den Sexismus-Unterschied sieht. Naja, die Antwort kommt ja vielleicht am 11.10. ;-)
Auch nicht von schlechten Eltern ist der Vergleich, der derzeit auf Facebook kursiert. Rechts das von der SPÖ kritisierte Sujet der JVP Wien zur 24-Stunden-U-Bahn. Links das SPÖ-Plakat aus den 60-er Jahren. Frappanter Unterschied ;-)
P.S. Mit diesem schon etwas sommerlöchrigen Beitrag verabschiede ich mich (ab morgen) für zweieinhalb Wochen in den Urlaub. Nach Fertigstellung unserer Uni-Studie bin ich dann mal weg. Ob ich in der Zeit was schreibe oder rein kreative Pause mach, weiß ich noch nicht. Ein paar nette Bilder gibt´s aber sicher auf FlickR oder auf meinem Facebook-Account. Also dann: Schönen Sommer noch!

nicht zu vergessen den kommentar des herrn chefredakteuer “doppelmoral I”…vom 30.7. http://www.heute.at/news/politik/richard+schmitt./Doppelmoral-;art422,382618
“Die andere ist Wiens SPÖ-Stadträtin Sandra Frauenberger: Die startet nur drei Monate vor der Wahl einen Bildersturm auf Plakat-Nackerte. Gut, soll sein. Fakt ist aber, dass die gleiche SPÖ das peinliche Dauerschnackseln in der Sezession über Wochen mit Steuergeld subventioniert hat. Dass die gleiche SPÖ, die sich jetzt über drei dümmlich grinsende Plakat-Models echauffiert, nackte Porno-Clowns im WUK tanzen ließ – und natürlich auch (so wie ich selbst) mächtig stolz auf Keszlers Life-Ball ist, der bekanntlich ebenfalls relativ textilbefreit abläuft.”
Ich für meinen Teil nehme das nicht wirklich ernst. Die Empörung von Frau Frauenberger ist ja an Lächerlichkeit kaum mehr zu überbieten.
Ansonsten wünsche ich einen schönen Urlaub!
MFG, Ulrich
Danke für die lieben Urlaubswünsche!
Alleine der Name Frauenberger ist sexistisch und sollte geändert werden ;)
das untere bild zeigt: die jvp ist in den 60ern stecken geblieben!
und der life ball ist ganz einfach nicht sexistisch. oder wird bei diesem ball auch nur bier beworben?
und das ist natürlich auch nicht sexistisch, oder?: http://www.youtube.com/watch?v=dTpP5c9IJP0
loub, loub, loub
@togo: Danke für die exzellente Verifzierung meiner Hypothese!
Gerhard, wie würdest du Sexismus definieren?
Kurze Ergänzung: Du stellst hier zwei Fotos die ähnlich aussehen gegenüber und konstruierst daraus Heuchelei bei Leuten die sie unterschiedlich deuten. Dir sollte aber klar sein, dass das Foto von der Hirter Werbung bereits alles ist, was da ist. Da gibt es keine interpretierbare Bedeutung. Die Frauen sind nackt, weil das einen Hechel-Reflex bei so manchem Beobachter auslöst. Der Life Ball hingegen ist ja nicht nur dieses eine Foto, sondern das Foto ist nur eine Momentaufnahme von einem Event mit sehr viel Bedeutung.
Zudem sei aber gesagt, dass ich mit weniger Aufregung um die (klarerweise sexistische) Hirter-Werbung ganz gut leben könnte (unter anderem weil beim gleichen Thema umgekehrt niemand laut klagt, wenn Männer sexualisiert werden, und ich und die Männer die ich kenne sich deswegen auch nicht schlecht fühlen) und nicht glaube, dass ich jemals auf den Life Ball gehen werde.
Lieber Tom! Danke auch Dir für die exzellente Verifizierung meiner These: Dass nämlich Bilder nur als sexistisch gewertet werden, wenn sie nicht für ein dem jeweiligen Kritiker genehmen Konzept eingesetzt werden – und nichts mit dem jeweiligen Bild zu tun haben. So sind angeblich sexistische Bilder für SPÖler nur dann sexistisch, wenn sie von Anderen eingesetzt werden. Das nimmt dem Vorwurf natürlich jede Relevanz.
Übrigens: BTW: Ich mag Hirter Bier – ist das Plakat daher für mich nicht sexistisch, für einen Antialkoholiker schon? ;-)
Mit liebe Grüßen aus dem Sommerloch,
Gerhard
Nimm mal die SPÖ aus der Gleichung, du sprichst ja hier mit mir.
Ich frag nochmal: Was ist für dich Sexismus? Für mich – und das halte ich für eine gängige und legitime Definition – bedeutet es, die Reduzierung einer Person auf ein Sexobjekt. Und da ist die Hirter-Werbung ganz eindeutig drinnen. Was für einen Zweck hätten nackte Frauen mit Bier in der Hand sonst? Und was ist Sexismus, wenn nicht das?
Beim Life-Ball entscheiden sich Leute selbst dazu, in offenherziger Verkleidung zu einer Party zu gehen. Das ist logisch, weil das Thema Sex dort ja auch eine Rolle spielt. Ich weiß nicht, welche Sexismusdefinition du anwendest, um den da reinzukriegen?
Dein Versuch zwei Fotos gegenüberzustellen die ähnlich aussehen und dann gleichzusetzen, ist ungefähr so sinnvoll wie Pornographie und den eigenen Sex für das Gleiche zu halten.
@Tom: Die Frage nach dem Sexismus kann ich beantworten. Sexistisch ist etwas, wenn ein ganzes Geschlecht in einem bestimmten Licht dargestellt oder in eine bestimmte Rolle gedrängt wird. Also z.B. “alle Frauen sind geile Sexbomben” oder “alle Männer sind Kinderschänder und Vergewaltiger”. Das ist sexistisch.
Einzelne Personen als Sexobjekte darzustellen ist hingegen nicht sexistisch. Kein Mensch würde auf die Idee kommen, nur weil der Coke-Light-Mann ein klassisches Sexobjekt ist, alle Männer als Sexobjekte zu sehen.
Und wenn man mal ehrlich ist, dann würde auch kein Mensch auf die Idee kommen, nur weil da drei fesche Nackerte für Bier werben (wobei ich mich übrigens erschießen würde, wenn mir als Kreativer einer Werbeagentur nichts besseres einfällt) alle Frauen für Sexobjekte zu halten. Bei dieser Vorstellung und einen Blick in die Straßenbahn von heute früh muss einem ja das Grausen kommen…
Also ganz klar beantwortet:
Sexismus ist es dann, wenn ich ein Geschlecht in cumulo herabwürdige, diskriminiere, etc.
Übrigens hat sich die Frauenministerin erst diese Woche des Sexismus schuldig gemacht. Bei der Diskussion um Väterrechte hat sie in einem Interview sinngemäß gesagt, sie wolle nicht über die rechtliche Benachteiligung der Väter sprechen (die ja ein Fakt ist) so lange man nicht über die Pflichten der Männer gesprochen habe. Nur sind die Pflichten der Männer bereits gesetzlich detailliertest geregelt, bis dahin dass er fünf Häferln abzuwaschen hat, wenn sie vorher fünf abgewaschen hat.
Also vergleicht die Frauenministerin eine objektiv für alle Väter bestehende gesetzliche Diskriminierung damit, dass einige, ich betone, einige Väter ihren Pflichten nicht nachkommen und rechtfertigt damit dass auch Väter die alle ihre Pflichten erfüllen nach wie vor diskriminiert werden, eben weil sie Männer sind. Das ist Sexismus.
Na schön, dass die ÖVP feststellt, dass ihr 1990er-Jahrgang gleich sexistisch ist, wie der 1910er-Jahrgang der SPÖ. Wenn man sich nicht so banalisierend und abwiegelnd über den Zusammenhang zwischen der “Ästhetik” von Werbung und sexueller Gewalt informieren will, kann man hier nachlesen: http://querschrift.wordpress.com/2010/07/29/die-sache-mit-dem-fickmich-blick/