Der Wiener SPÖ-Klubobmann Siegi Lindenmayr hat gestern abend auf Twitter für ziemliches Amusement gesorgt:

Paukenschlag des Wr. Bürgermeisters Michael Häupl wenige Tage vor Wiener Wahl: Häupl will Volk über Wehrpflicht abstimmen lassen #haeupl2010

In Wirklichkeit ein Wahlkampfvorstoß, den niemand, nicht einmal die eigene Partei ernst nimmt. Zur Erinnerung: Vor 2 Wochen hat SPÖ-Verteidigungsminister die ÖVP-Diskussion über die Wehrpflicht noch mit folgenden Worten kommentiert:

“Wenn das den Tatsachen entspricht, dann arbeitet eine Expertengruppe innerhalb der ÖVP an der Abschaffung des österreichischen Bundesheeres und an der Abschaffung jener Aufgaben, die das österreichische Bundesheer ausmachen. Ohne dass ich die Menschen in Österreich in Schrecken versetzen möchte: Aber dann wäre der Katastrophenschutz passé und die Auslandseinsätze wären nicht mehr durchführbar.” (Norbert Darabos in der “Presse” vom 17.9.)

Häupls Vorstoß in der – laut eigenen Aussagen “Zeit fokussierter Unintelligenz” – wird sich nicht etwa mit dem Wahlkampf erklären lassen? Wie sagt der für das Thema ohnehin unzuständige Wiener Bürgermeister eben im Ö1-Mittagsjournal so passend?

“Selbst wenn das ein Wahlkampf-Gag wäre, würde ich das jetzt ja wohl nicht zugeben.” (Michael Häupl im Ö1-Mittagsjournal-Interview)

Womit der “Paukenschlag” auch ganz offiziell zu dem verkommt, was er von Anfang an war: Zum Wahlkampf-Gag, der angesichts der SPÖ-internen Kommentare wohl eher als Lachnummer taugt.

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