Geht es nach den Lesern meines Blogs ist die künftige Rolle der ÖVP Wien klar: Fast 90% haben sich für den Gang in die Opposition ausgesprochen. Nun ist die Umfrage zwar nicht repräsentativ, doch die Landesführung der Wiener Volkspartei muss sich schon überlegen, auf welcher Ebene entschieden wird, ob die ÖVP Wien in Opposition geht oder sich an der Stadtregierung beteiligt. Es kann jedenfalls nicht sein, dass der Landesparteivorstand der ÖVP Wien beschließt, dass der Landesparteivorstand der ÖVP Wien über die künftige Rolle der Wiener Volkspartei allein entscheidet. Dazu ist einfach zu viel passiert. Die Reißleine muss gezogen werden.

Mit einem einfachen Obmann-(oder im konkreten Fall Obfrau-)Sägen ist es nicht getan. Ein Sonderparteitag hätte in dieser Situation einen reinen Placebo-Effekt zur Befriedigung interner Machtgelüste. Die ÖVP Wien hat ein viel größeres Problem als ihre Spitze. Wir werden alle Strukturen, alle Positionen, Funktionen und Mandate hinterfragen müssen. Nur dann ist ein Neustart möglich.

Und so sehr die Bezirke jetzt auf das Land sauer sind: Auch in den Bezirken wird aufgeräumt werden müssen. Nach dem Treffen der Bezirksparteiobleute heute  nachmittag finden am Abend etliche Bezirksparteivorstände statt. Hier reicht es nicht, gemeinsam kräftig auf´s Land zu schimpfen und sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen, dass man in der Bezirksvertretung etwa weniger verloren hat als bei der Gemeinderatswahl.

Wir werden offen und ehrlich sein müssen – zu den Wählern, aber auch zu uns selbst.