Sebastian Kurz: Jugend als Chance 13


Die Entscheidung für den gerade einmal 24 Jahre alten Sebastian Kurz als neuen Integrations-Staatssekretär war zweifelsohne der Knalleffekt bei der Präsentation des neuen ÖVP-Regierungsteams. Die steile Karriere von Sebastian hat nun einen neuen Höhepunkt gefunden. Und das ist mutig – von Michael Spindelegger, aber auch von Sebastian Kurz, der jüngstes Regierungsmitglied der österreichischen Geschichte wird.

Sebastian Kurz bei der Präsentation des neuen ÖVP-Regierungsteams (c) ÖVP/Glaser

Sebastian Kurz bei der Präsentation des neuen ÖVP-Regierungsteams (c) ÖVP/Glaser

Freilich ruft diese Karriere sofort Neider auf den Plan: Ausgerechnet die Grünen(!) kritisieren, dass das neue Staatssekretariat, so wichtig es ist, durch die Jugend des Amtsinhabers entwertet wird. Die Grünen sind wirklich sehr, sehr alt geworden. Von der Skurrilität passt diese Wortmeldung allerdings in die Reihe der Kommentare der Oppositionsparteien, die die Regierungsumbildung je nach Coleur als „Rechtsruck“ (Grüne) oder „Linksruck“ (FPÖ) betrachten.

Ich selbst kenne Sebastian seit seinen Anfängen, als er bei Markus Figl in der JVP1 begonnen hat – anfänglich schüchtern, sehr bald aber frech und aufstrebend. Als er als Nachfolger von Markus Figl ins JVP-Landespräsidium aufgerückt ist, haben wir so manchen „Stellvertreter-Krieg“ ausgefochten – und es beide mit Humor genommen.

Bei seiner Wahl zum Landesobmann der Jungen ÖVP Wien als Nachfolger von Markus Kroiher war er erst wenigen bekannt, wurde von vielen unterschätzt. Das hat sich in den Monaten danach rasch geändert, als er rhetorisch brillant mit viel gutem Gefühl für PR für Aufsehen gesorgt und geschickt Themen platziert hat. Und so ist es ihm gelungen, die jahrzehntelange Forderung der JVP Wien nach Einführung einer „Nacht-U-Bahn“ tatsächlich durchzusetzen.

Etwas mehr als ein Jahr später wurde er dann zum Bundesobmann der Jungen ÖVP gewählt. Wer gedacht hätte, dass er nun am Weg zum Nationalratsmandat das lammfromme Jugendsprachrohr der Bundes-ÖVP geben würde, hat sich getäuscht: Sebastian hat sich nicht angepasst, sondern immer wieder den „Stachel im Fleisch der Partei“ gegeben.

Freilich ist auch Sebastian in seiner Karriere nicht fehlerlos gewesen – und das „Geilomobil“ ist zwar bei vielen Jugendlichen gut angekommen, hat ihm aber auch viel Kritik eingetragen. „Ich will keine Spaßbremse sein“, hat Sebastian gemeint, und für so viel „Spaß“ war so manch verstaubtes Medium und mancher politische Mitbewerber einfach zu alt. Und so hat die Aktion auch am Image von Sebastian gekratzt und sichtbare Schrammen hinterlassen.

Sebastian Kurz wird das einzige Regierungsmitglied sein, das sowohl auf Facebook als auch auf Twitter mit eigenem, persönlichen Profil vertreten ist. Er ist mit dem Medium gewachsen, wir hatten da so manche Diskussion über Sinn und Unsinn, Art und Weise der Verwendung des „Web 2.0“. Aber Sebastian hat seinen Weg auch im „Web 2.0“ gemacht, er ist dort zu Hause, wo es auch die anderen jungen Menschen seines Alters sind – seine Regierungskollegen ob ihres Alters aber nicht.

Sebastian ist ein klares Signal an die Jugend – mit ihm als neuem Integrations-Staatssekretär wird einer Politik(er)verdrossenen Jugend gezeigt: Ja, auch Ihr könnt es schaffen, wenn Ihr Euer Schicksal selbst in die Hand nehmt, selbst politisch aktiv werdet.

Viele werden Sebastian gerade wegen seiner Jugend kritisieren, viele werden ihm seine Karriere nicht gönnen, viele ältere Menschen und langgediente Polit-Funktionäre werden mit Sprache, Medien und Kommunikationsformen der Jugend auch weiter nicht umgehen können. Dass aber gerade diese Jugend durch Sebastian jetzt erstmals in der Regierung vertreten ist, wird ihr endlich auch politisch die verdiente Bedeutung verleihen.

Übrigens: Wer auch genug von untergriffigen und peinlichen Wortwitzen, Neid- und Hassattacken gegen Sebastian hat, dem kann ich diese Facebook-Seite empfehlen: Sebastian Kurz FOR Integrationsstaatssekretär – WE LIKE!

Und die heutige Pressekonferenz zum Nachsehen gibt´s hier:


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