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ORF – unabhängig UND objektiv!
Januar 21, 2012 No commentsDie Mitarbeiter des ORF und die Medien haben in der Causa Pelinka zweifelsohne einen großen Sieg erzielt – auch wenn das sicher am ungeschickten Agieren von ORF-Chef und Löwelstrasse gelegen ist. Die Rache kam freilich auf dem Fuß – mit der Krone-Kampagne gegen die Nebenbeschäftigungen von ORF-Mitarbeitern. Die Achse Löwelstrasse – Küniglberg – Muthgasse funktioniert nach wie vor hervorragend.
Nun gilt es, die Causa Pelinka nicht als Eintagsfliege verglühen zu lassen. Die ORF-Mitarbeiter werden zweifelsohne nun mehr auf Unabhängigkeit pochen – das ist ihr gutes verfassungsmäßig geschütztes Recht. Doch ein zweiter Aspekt wird zumindest eine ebenso große Rolle spielen müssen: Das Objektivitätsgebot. Denn viele Redakteure beharren nicht auf ihrer Unabhängigkeit, um objektiv berichten zu können, sondern um ihre private (partei)politische Meinung besser vertreten zu können. Und das ist in einem unabhängigen UND objektiven ORF weder ihre Verpflichtung noch ihr Recht.
Wir werden um eine grundsätzliche Neudefinition des ORF in den nächsten Jahren nicht herumkommen. Wir müssen klar messbare Faktoren definieren, deren Einhaltung auch in aller Konsequenz und Schärfe verfolgt werden (und da reicht es nicht, irgendwelche Hochglanzbroschüren mit Eigenlob zu produzieren):
- Unabhängigkeit statt Fremdbestimmung: Nicht nur von Politik, sondern auch von Wirtschaft, Interessensgruppen und Vereinen
- Objektivität statt Privatmeinung: Rückkehr zu objektiver Berichterstattung statt zur Summe der Privatmeinungen der Redaktion
- “Public value”: Klare, nachvollziehbare und messbare Definition eines öffentlichrechtlichen Mehrwerts, laufende Bewertung des gesamten Programms und Streichung der Gebührenverwendung für Programme und Sender, die dem nicht genügen
Wenn diese Eckpunkte funktionieren, hat der öffentlichrechtliche Rundfunk eine Daseinsberechtigung. Denn der ORF gehört nicht der Politik, nicht den Parteien und erst recht nicht seinen Angestellten. Der ORF gehört uns allen – und wir wollen ihn zurück!
Nur, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Bei diesem Blogbeitrag handelt es sich natürlich um die persönliche Meinung des Autors. Aber das sollte eigentlich eh klar sein.
Posted by Gerhard W. Loub in ORF, Politik
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