Equal Schmäh Day 3


Heute feiern wir also wieder mal den „Equal Pay Day“: Das Gejammere über die angeblich geringeren Löhne der Frauen erreicht wieder einmal einen Höhepunkt. Nun gibt es natürlich keinerlei Berechtigung dafür, dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger Lohn bekommen. Nur genau darum geht es am „Equal Pay Day“ nicht.

Wie das „Profil“ in seiner aktuellen Aufgabe wieder einmal aufdeckt, ist der „Equal Pay Day“ nichts anderes als ein statistischer Trick: Es werden nicht gleiche Jobs verglichen, sondern einfach der Durchschnitt der Männergehälter mit dem Durchschnitt der Frauengehälter. Themen wie Arbeitsart, Arbeitsdauer, Arbeitszeit und berufliche Stellung bleiben da draußen. Und so kommt man – wie SPÖ-Frauenministerin Heinisch-Hosek heute im Morgenjournal – leicht auf Lücken von 40 Prozent. Faktisch ist das natürlich Unsinn. Denn wer Äpfel mit Birnen vergleicht, darf sich nicht wundern, wenn er zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt.

Natürlich ist es richtig, dass die Einkommen von Frauen und Männern noch nicht ganz gleich sind. Und natürlich ist das nicht OK. Aber schließlich werden Frauen in vielen Gebieten bevorzugt: Bei der „positiven Diskriminierung“ (was für ein Unwort), bei verpflichtenden Frauenquoten, bei der Tatsache, dass sie weder Zivil- noch Militärdienst leisten müssen und beim wesentlich niedrigeren Pensionsalter trotz längerer Lebenserwartung.

Ja, natürlich darf das Geschlecht nicht über die Höhe des Gehalts entscheiden. Ja, natürlich ist es das Recht der Frauen, dafür zu kämpfen. Aber wer ein Thema mit derartigen statistischen Tricks hyped, braucht sich nicht wundern, wenn er nicht entsprechend ernst genommen wird.

P.S.: Ja, ich weiß, dass da jetzt Unmengen böse Kommentare kommen werden, wie anti-feministisch, sexistisch und patriarchalisch ich agiere. Aber vielleicht könnten ein paar von Euch mit Fakten antworten – statt mit Emotionen. Also: Was genau ist an meinem Blog-Beitrag falsch?

Equal Schmäh Day

Facebook Kommentare


Kommentar verfassen

3 Gedanken zu “Equal Schmäh Day

  • Roland Giersig

    Ich antworte gerne mit Fakten, weil ich mir erst gestern die Zahlen der Statistik Austria hergenommen und durchgerechnet habe. Und dabei kommt heraus:

    Vollzeitbeschäftigte unselbständige Frauen verdienen im Median pro Stunde 13% weniger als Männer. Das sind die nackten Zahlen, da wurde nicht bereinigt, dass Frauen oft in schlechter bezahlten Jobs arbeiten und auch weniger Überstunden machen. Leider sehe ich keine Möglichkeit, das mit den verfügbaren Zahlen zu korrigieren, bin aber sicher, dass wir dann auf Gleichstand kommen würden.

    Bei der Teilzeitbeschäftigung wirds interessanter, hier verdienen nämlich die Frauen im Median 14% MEHR pro Stunde als die Männer! Auch das ist mit der Qualifikation zu erklären, weil eben mehr hochqualifizierte Frauen Teilzeit arbeiten, während männliche Teilzeitarbeit eher in den niedrig-qualifizierten Jobs angesiedelt ist.

    Mein Fazit daraus: Männer und Frauen werden in Großen und Ganzen für gleiche Arbeit gleich bezahlt, Unterschiede ergeben sich aus der unterschiedlichen Qualifikation und dass Frauen weniger Arbeitsstunden erbringen als Männer (bei Vollzeit ca. 5% weniger Wochenarbeitsstunden).

    Frauen arbeiten weniger Stunden im Job, arbeiten viel mehr Teilzeit und arbeiten in minderqualifizierten Jobs. DORT muss angesetzt werden, bei Ausbildung, bei Kinderbetreuung, bei Pflegeunterstützung und und und…

    PS: meine Berechnungen können hier nachvollzogen werden: https://docs.google.com/spreadsheet/ccc?key=0Ai70qkyfabj3dEJzQUxJRzlrRHhQVFVHUG5wVm96cnc#gid=6