Große Aufregung herrscht zur Zeit über einen Aufmacher der Schweizer “Weltwoche”, bei dem mit dem Bild eines Roma-Kindes mit Pistole eine Story über Roma-Kriminalität beworben wird. Klaus Kamolz, Profil-Kulinarik-Kolumnist und Chefredakteur der Zeitschrift des SPÖ-eigenen Fischer-Vereins, hat die Schweizer Zeitschrift prompt mit einer Anzeige wegen Verhetzung bedacht.

Nun ist das Cover der “Weltwoche” wirklich zumindest grenzwertig. Dennoch ist das Vorgehen von Kamolz und der Aufschrei der Medienlandschaft in Österreich absolut scheinheilig, denn:

Den Vogel abgeschossen hat – wenn auch nicht im strafrechtlichen Sinn – der Grün-nahe und von mir wegen seiner Web-/Marketing-Kompetenz sonst hoch geschätzte Werber Niko Alm: Er hat die für Christen so wichtigen Osterfeiertage genutzt, um via Facebook zum Material-Sammeln gegen die Kirche aufzurufen.  (s. Bild 2). Gut, da hat Niko schon recht: Strafrechtlich gesehen ist das keine Verhetzung. Aber das Aufbauen einer Religion als Feindbild ist ohne Wenn und Aber als Hetze zu klassifizieren. Und als Osteraktion ist es allemal geschmacklos.

Nein, ich werde jetzt keine Anzeigen gegen linke Hetz-Aktionen einbringen. Aber ich gebe doch zu bedenken: Wer Toleranz einfordert muss auch Toleranz leben: gegenüber Volksgruppen, gegenüber Religionen, gegenüber Andersdenkenden. Alles andere hat nichts mit Demokratie und Freiheit zu tun – sondern ist schlicht totalitär.

Bild 1: Aus dem Churchwatch-Blog des Standard

Material Sammeln gegen die Kirche (c) Niko Alm

Bild 2: Facebook-Posting von Niko Alm