Da soll noch mal einer sagen, Grüne Moral wär nicht käuflich. Heute kündigen die Wiener Grünen die Offenlegung aller Wiener Parteienfinanzen an. Zum Thema ÖVP lässt man sich lang und breit über Blockade der Offenlegung der Parteispenden aus:

Parteispenden: Nur ein kleiner augesuchter Kreis von ÖVP-FunktionärInnen scheint über die Spenden an die ÖVP Bescheid zu wissen. Die Gesamtorganisation Volkspartei wehrt sich mit Händen und Füßen gegen eine Offenlegung.

Das ist freilich schlicht gelogen. Denn die ÖVP verhandelt derzeit mit der SPÖ über genau jene Offenlegung. De facto ist man sich noch einig. Lediglich die SPÖ blockiert noch, da sie bis jetzt die undurchsichtige Finanzierung über vorgelagerte Firmen nicht transparen machen will. Davon liest man in der großen Offenlegung der Wiener Grünen freilich nichts. Zum Thema SPÖ heißt es lediglich:

  • Parteienförderung 2012: 12.259.621,85 Euro
  • Parteispenden: unbekannt
  • Mitgliedsbeiträge: unbekannt
  • Klubförderung 2012: 2.125.353,09 Euro

Kein Wort der Kritik zum Thema Parteispenden. Keine Rede von undurchsichtigen Finanzierungen über parteinahe Firmen und Vereine. Kein Wort zu Millionentransfers via Donauinselfest. Kein Wort über Verquickung von Partei- und Stadtfinanzen. Tja, wer die Grünen kauft, kauft eben auch deren Moral.

P.S.: Witziger Detailaspekt der Offenlegung der Grünen Parteifinanzen: Während Grünen-Chefin Glawischnig eine Offenlegung der Parteispenden ab 500€ fordert, wird diese Grenze bei der Grünen “Musteroffenlegung” exakt doppelt so hoch, nämlich bei 1.000€ angesetzt.

 

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