Viele würden das Jahr 2020 wohl am liebsten mit den Worten jenes legendären Wieners verabschieden, der an den Attentäter vom Bermudadreieck mit dem denkwürdigen Appell bedachte: „Schleich Di, Du Oaschloch„. Verständlich. 2020 war für die Welt ein Katastrophenjahr. 2020 war aber auch für mich selbst von Lungeninfarkt bis Nierenkrebs mein ganz persönliches „annus horribilis“. Und trotzdem möchte ich 2020 heute einfach „Danke“ sagen.

Danke, dass ich mich trotz Corona von keinem meiner Liebsten für immer verabschieden musste. Danke, dass ich nicht selbst diese Welt verlassen musste. Danke, dass Du mir gezeigt hast, was für gute enge Freunde ich habe. Danke dafür, wieviel Unterstützung ich von Freunden und Bekannten via Social Media erfahren durfte. Danke für die beste Familie auf der Welt!

Danke, dass Du mir die Chance gegeben hast, mein Leben völlig neu zu bewerten. Danke, dass Du mich rechtzeitig gelehrt hast, dass jeder Tag der letzte sein kann. Danke, dass Du mir gezeigt hast, was wirklich wichtig ist.

2020, Du hast mich viel gekostet, ich habe aber auch viel von Dir gelernt. 2021 wird zeigen, ob ich die richtigen Lehren daraus ziehe.

P.S.: Ganz bewusst habe ich Claude Monets Bild „Die Elster“ für diesen Beitrag genommen. Die Szene könnte von der Jahreszeit her gut um den Jahreswechsel herum spielen. Das alte Jahr ist vorbei, die Bäume haben ihre Blätter verloren, der Himmel ist vom Hochnebel verdeckt, durch den sich in einer Art Hoffnungsversprechen das schummrige Licht der Sonne kämpft und lange Schatten auf den tief verschneiten Boden wirft. Das Alte ist tot. Die Blätter verrotten. Über alles breitet sich die weiße Pracht des Schnees, die viel Ruhe über die Szene breitet, die im Sommer noch voller Leben, Hektik und Lärm war. Jetzt thront dort nur mehr einsam die Elster. Die Menschen haben sich ins Warme zurückgezogen. Das Leben findet in den eigenen vier Wänden statt. Es könnte Lockdown sein. Ich liebe dieses Bild. Ich könnte mich stundenlang darin verlieren. Es ist für mich ein Sinnbild der Pause, die mein Leben eingelegt hat.

Ein Kommentar zu „Danke #2020

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