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Politische Manipulation – auch ohne Photoshop
Januar 25, 2012 3 comments
Derzeit kursiert dieses Bild massiv auf Facebook: Gegenübergestellt wird der Platz, den man braucht, um 60 Menschen zu transportieren. Am wenigsten Platz braucht der Bus, am zweit wenigsten die Fahrräder. Und die Autos brauchen natürlich den meisten Platz. Grüne posten das Foto nun landauf, landab, um ihre Autofahrer-feindliche Politik zu rechtfertigen. Freilich hat das Ganze einen Schönheitsfehler.

Zeigen Bild 2 (Bus) und 3 (Fahrräder) den selben Bildausschnitt, wird in Bild 1 (Autos) ein wesentlich kleinerer Bildausschnitt gewählt, wodurch der Platzverbrauch der Autos im Verhältnis wesentlich größer erscheint. Auf dem Bild oben ist der Bereich, in dem auf Bild 1 die Autos stehen, auf Bild 2 hervorgehoben – und macht nur etwa die Hälfte des Bildes aus.
Betrachtet man nun das Größenverhältnis von Autos und Bus, so wird man überrascht feststellen, dass der Bus etwa die Länge von 1 1/2 Autos verbraucht. Beachtet man, dass die dargestellten Autos eine Länge von je ca. 4 1/2 Metern haben und Stoßstange an Stoßstange stehen, während der Bus ca. 11 bis 12 Meter misst, so sollten sich statt eineinhalb fast doppelt so viel Autos daneben ausgehen.

Besonders skurril wird der Vergleich, wenn man das Autobild mit dem Fahrradbild vergleicht. Die hintereinander gestellten Fahrräder (bei 6 Reihen also je 10 Stück, bei 7 Reihen 8 bis 9 Stück) sind gerade einmal so lang wie 2 Autos. 2 Autos kämen auf rund 9 Meter, 10 Fahrräder auf rund 18 Meter (also das Doppelte), 8 Fahrräder immer noch auf 14,4 Metern. Erreicht wird diese Verzerrung einerseits durch den unterschiedlichen Bildausschnitt, andererseits dadurch, dass die Fahrräder weiter hinten platziert werden und daher durch die Perspektive wesentlich kleiner wirken.
Da ist es nur ein Nebenaspekt, dass beim Bus Vollbesetzung angenommen wird, während die Autos mit je 5 Sitzplätzen nur mit einer (oder 1 1/2) Personen besetzt werden.
Bildmanipulation funktioniert also auch ganz ohne Photoshop. Und gerade die sonst auf politische Ethik und Transparenz bedachten Grün-Aktivisten machen sich das gerne zu Nutze.
P.S.: Weitere Beispiele zur Bildsprache in meiner Bakk-Arbeit zur Demokratisierung des “iconic turn” (PDF).
NACHTRAG:
Die Manipulation geht übrigens weiter als ursprünglich angenommen. Wie die Stadt Münster selbst hier belegt:
- Das Bild stammt aus 1990 – nicht 2001.
- Die verfälschte Perspektive wurde erst nachträglich montiert.
- Es geht um 72, nicht 60 Personen (die dann schwerlich in einen Bus passen).
- Es werden sogar noch mehr Autos abgebildet (also wohl tatsächlich für 1 Person pro Auto).
Posted by Gerhard W. Loub in Politik
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Yes he can´t
Januar 25, 2012 No commentsIn seiner “Rede zur Lage der Nation”, diesmal einem reinen Wahlkampfauftakt, hat Barack Obama wieder mal voll aufgedreht: Reiche schröpfen, Arme retten, Gleichheit für alle. Perfekt auch die Inszenierung: Der Milliardär Warren Buffet hatte kritisiert, dass er weniger Steuern zahlt als seine Sekretärin. Prompt durfte diese Sekretärin neben der First Lady Platz nehmen und die Kulisse zu Obamas Wahlkampfauftritt abrunden.
Freilich hat Obama nicht viel zu feiern. Er hat gegen Ende seiner (ersten?) Amtszeit als erster schwarzer US-Präsident praktisch alle Wahlversprechen gebrochen, seine Anhänger dies- und jenseits des Atlantiks schwer enttäuscht: Egal, ob er das menschenrechtswidrige US-Gefangenenlager Guantanamo nicht geschlossen hat, statt dem Kampf gegen die Erderwärmung die Erdölförderung in ökologisch sensiblen Regionen forciert hat oder die USA unter seiner Ägide ständig am Rand der Zahlungsunfähigkeit schwebt.
Obama hat in seiner ersten Periode bewiesen, dass er´s nicht kann. Ob er es ein zweites Mal schafft, die Amerikaner mit seinem Charisma zu blenden, werden wir im November wissen…

Posted by Gerhard W. Loub in Politik
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Populismuslehre oder Die gesteuerte soziale freie Marktwirtschaft
Januar 23, 2012 1 commentsFranz Voves wird landauf landab von den Medien gehuldigt: Der große Reformator, der mit Weitblick und ohne Rücksicht auf eigene Interessen das Land aus der Krise holt. Auch die ORF-Pressestunde lief am Sonntag eher als Huldigung denn als kritische Frage-Antwort-Runde ab.
So konnte Voves ganz ungestört von seinen Ideen schwadronieren und sich dafür loben lassen: etwa von der “gesteuerten sozialen Marktwirtschaft”, zu der er sich als Anhänger der “freien Marktwirtschaft” bekennt. Widerspruch? Natürlich nicht…
Spannend auch seine durchaus mutigen Visionen der “Vereinigten Staaten von Europa”: Die Auflösung der Nationalstaaten zugunsten eines europäischen Superstaats erscheint durchaus visionär und ambitioniert. Schade nur, dass dafür nur die Bundesebene Kompetenzen abgeben soll – seine Landesregierung natürlich nicht.
Auch in der Bildungsfrage zeigt sich der starke Widerspruch zwischen Schein und Sein, zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Als Bildungsmusterland in den Medien gehypet hat er für die Mutter, deren Kinder wegen seiner Schulzusammenlegungen nun 2 Stunden Schulweg vor sich haben, keine Antwort parat. So ist das eben, sagen die Expertinnen und Experten, und das muss man halt so zur Kenntnis nehmen!
Franz Voves ist ein perfekter Verkäufer – und ein perfekter Blender, ein Populist wie er im Buche steht. Mit einem freundlichen Grinsen lächelt er die Krise weg. Als echter Reformer kann er sich nur so lange präsentieren, so lange niemand kritische Fragen stellt. In einer Medienlandschaft wie der österreichischen wird das wohl nicht so bald passieren…
Posted by Gerhard W. Loub in Politik












