Social Media Bedeutung für Midterm-Elections 2010

Beschreiben Sie Problemstellung und zentrale Aussagen eines von ihnen gelesenen Artikels aus einem/r Fachbuch/-zeitschrift zu einem Thema der Lehrgangsmodule im April und Anfang Juni 2014 . Bitte machen Sie dazu unbedingt eine korrekte und vollständige Quellenangabe, da die Fragebeantwortung ansonsten nicht beurteilbar ist.

Ausgewählter Artikel, den ich im Rahmen meiner Vorbereitung für Semesterarbeiten recherchiert habe:
Smith, Aron (2011): 22% of online Americans used social networking or Twitter for politics in 2010 campaign: Pew Research Internet Project. Online unter http://www.pewinternet.org/2011/01/27/22-of-online-americans-used-social-networking-or-twitter-for-politics-in-2010-campaign/ Abgerufen am 19.8.2014

Der ausgewählte Artikel befasst sich mit der Bedeutung von Social Media in den US-Midterm-Elections 2010. Untersucht wird aufgrund einer repräsentativen Umfrage des bekannten „Pew Research Center“ die Verwendung von „Social Networks“ durch Wähler im entsprechenden Wahlkampf, gegliedert nach demographischen Merkmalen und Parteipräferenzen.

Auffallend ist, dass – zumindest auf den ersten Blick – die Social Media Bedeutung in den USA tatsächlich etwa vier Jahre weiter ist als in Kontinental-Europa. Das bedeutet, dass Trends auf diesem Gebiet mit einer enormen Verzögerung zu uns kommen.

Spannend ist auch die Geschlechterverteilung. In Österreich kann aufgrund eigener Erhebungen festgestellt werden, dass Parteiseiten im WWW oder auf Facebook zu 70 bis 80 Prozent von Männern genutzt werden – es also einen gigantischen Gendergap gibt. In der Untersuchung von PEW werden Social Media Seiten (im englischen Original „Social Networking sites“ ) von 38% der Männer und von 32% der Frauen genutzt. Der Gendergap ist verglichen mit österreichischen Werten nahezu marginal. Auch bei der Altersverteilung ist eine andere Struktur bemerkbar – hier sind wesentlich mehr ältere (über 50 Jahre alt) Menschen auf Social Media aktiv.

Ein großer Unterschied scheint auch im Bekenntnisgrad zu einer politischen Partei zu liegen. Während es in Österreich unter Nicht-Partei-Aktivisten eher unüblich ist, parteipolitische Präferenzen und Wahlentscheidungen auf Facebook zu kommunizieren, haben US-Amerikaner damit weniger Probleme. Elf Prozent der Befragten haben sich über Social Media über Wahlentscheidungen ihrer Freunde informiert.

Bei der Altersverteilung zeigen sich besonders in zwei Bereichen große Unterschiede: Während sich 23% der 18-29-jährigen über das Wahlverhalten ihrer Freunde auf Social Media informiert haben, taten das bei den Über-50-Jährigen gerade einmal 12 Prozent. Politischen Inhalt posteten 17 Prozent der 18-29-jährigen, aber nur neun Prozent der 30-49-jährigen. Gerade bei den Älteren ist das Bedürfnis auf Social Media eher passiv-informations-orientiert. Man wird Facebook-Fan oder Twitter-Follower, um sich zu informieren – und nicht so sehr, um selbst gestaltend einzugreifen.

Spannend ist auch eine Angleichung der Internet-Affinität zwischen den Parteien. Waren 2008 noch wesentlich mehr Obama- als McCain-Anhänger online, so ist dieses Verhältnis nun in etwa ausgeglichen. Dazu beigetragen hat ganz massiv die sogenannte „Tea-Party“-Bewegung. Gerade die aufgeheizte Emotionalisierung zwischen Tea-Party-Gegnern und –befürwortern hat dazu geführt, dass deren erklärte Anhänger und Gegner besonders intensiv auf Social Media aktiv geworden sind.

Auch die Erwartungshaltung an Social Media ist eine andere als an die traditionellen Massenmedien. Durch Folgen, Befreunden oder Fan-Werden hoffen Wähler, einen persönlicheren Zugang zum jeweiligen Kandidaten zu bekommen. Reine sachliche Information wird da auf die Plätze verwiesen.

Die PEW-Studie aus 2010/11 ist, betrachtet man die zeitliche Verzögerung der Übernahme von US-Trends in der heimischen Politik, an Aktualität für Österreich eigentlich kaum zu überbieten. Vorsicht ist angesichts anderer politischer Bekenntnisraten und anderer politischer Prioritätensetzungen aber dennoch geboten. Ausgangspunkt für weitere Forschungen kann die Untersuchung aber jedenfalls sein.

Diese Ausarbeitung ist die Beantwortung einer Prüfungsfrage an der Donau-Universität Krems / Politische Kommunikation bei Prof. Plaikner und Prof. Filzmaier.